Die Träume der Technik

Die Träume der Technik

17 Mai 2022 Louis Defèche 1160 mal gesehen

Die Gesundheitskrise hat kontrastreiche, manchmal radikale Reaktionen hervorgerufen. Im Hintergrund steht eine Konfrontation von Weltanschauungen, eine wenig bewusste Debatte zwischen Technophilie, Technoskepsis und Technophobie.


Ob es sich um Impfungen oder Tracking-Technologien – QR-Code – oder um Fernarbeit handelte, die große Frage nach dem Verhältnis des Menschen zur Technologie wurde bei der Covid-Pandemie zentral. Einige Menschen vertrauten den neuen Technologien und waren begeistert, andere betrachteten sie mit einem mehr oder weniger skeptischen Blick und wieder andere lehnten sie sofort ab.

Aber auch die Ökokrise wirft die Frage nach der Technik auf: Welche Technologien können als umweltfreundlich angesehen werden? Wie stehen wir zur Kernenergie? Sollten wir unsere Nutzung von Technologie vollständig ändern, auf ein absolutes Minimum reduzieren? Sollten wir zu einer völlig natürlichen Lebensweise zurückkehren? Was ist mit der Produktion, der Versorgung und der Nutzung der Energie, die wir verbrauchen? – Und der Krieg, der uns so sehr beschäftigt, wirft auch ähnliche Fragen auf. Benötigt die Menschheit wirklich Waffen? Welchen Sinn haben die enormen Investitionen in Spitzentechnologien, deren funktionale Ziele Zerstörung und Tod sind? Hierzu kommen auch die Technologien, die in der Hochfinanz eingesetzt werden, wofür die Aladdin-Software von Black Rock ein Beispiel ist.1 Auch die Eroberung des Weltraums, des Sternenhimmels, rückt derzeit wieder in den Vordergrund, mit den Projekten Starlink und SpaceX von Elon Musk, aber auch mit den russisch-chinesischen Plänen für den Bau einer Mondbasis ab 2026. Die Technik steht im Mittelpunkt der Träume und schlimmsten Albträume der Menschheit.

Wird dieser Wettlauf um die Technologie, die den Himmel, den Kosmos, das soziale und wirtschaftliche Leben erobert, nicht nur für den blinden wirtschaftlichen Profit auf Kosten der wahren menschlichen Bedürfnisse geführt? Dieser Aspekt ist eindeutig, aber der zutiefst menschliche Charakter der Technik kann auch nicht geleugnet werden. Die Technik hat den Menschen immer begleitet, sie charakterisiert den Menschen, sie ist die Grundlage jeder menschlichen Zivilisation. Gleichzeitig bildet sie die Hintergrundwelle für alle großen Probleme der heutigen Zivilisation. Es stellt nicht nur die Frage nach ihrer tieferen Natur, sondern auch die Frage nach dem Wesen der technischen Objekte: Können Maschinen wirklich selbständig und intelligent werden oder gar ein Bewusstsein haben? Wie denken wir, oder besser, wie träumen wir von der Technik?

Dieser Text ist ein Auszug aus einem Artikel, der in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› veröffentlicht wurde. Sie können den vollständigen Artikel auf der Website der Wochenschrift lesen.

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