Eine neue Ebene des Erlebens

Eine neue Ebene des Erlebens

14 September 2023 Wolfgang Held 712 mal gesehen

In der Zeitschrift ‹Auftakt› (2023/2) des Berufsverbandes Eurythmie gaben Darstellende der ‹Parsifal›-Inszenierung am Goetheanum ihre Erfahrungen zu Eurythmie und Oper wieder.


Einige Auszüge: Walter Schütze (Bühne, Kostüme, Projektion): «Ich denke, wir haben es gemeinsam geschafft, zu vereinen, was anfangs unvereinbar schien. Oper und Eurythmie. […] Da war diese angstfreie Distanzlosigkeit im positiven Sinn. Und das so einhellig, dass es mich schier umgehauen hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass vor allem deswegen dieser ‹Parsifal› unser ‹Parsifal› geworden ist.» Andreas Klappert (Regie Chor): «Nahezu ohne Vorwissen haben wir erlebt und gelernt, dass Eurythmie eine Möglichkeit sein kann, Musik nicht nur darzustellen, sondern auch zu interpretieren und ihr eine zusätzliche, für die meisten von uns neue Ebene des Erlebens zu verleihen.» Ivonne Fuchs (Gesang Kundry): «Für mich war in dieser ‹Parsifal›-Produktion der größte Unterschied zur Eurythmie, dass die Energie und die Wahrnehmung der Eurythmisten von der Musik und uns Sängern völlig anders sind, als ich das aus der Zusammenarbeit mit ‹klassischen› Tänzern kannte. Das lässt sich schwer in Worte fassen, aber ich glaube, genau diese spezielle Energie hat auch das Publikum in Dornach gespürt.» Alejandro Marco-Buhrmester (Gesang Amfortas): «Was am Goetheanum entstanden ist, das war weit entfernt von Oper mit ‹Einlage›, wie es die Ballette in den Opern des Barock oder später im 19. Jahrhundert in denen der Grand Opéra in Paris noch waren. Nein, hier ist etwas ganz anderes, etwas ganz Neues entstanden, hier ist ein musikdramatisches Bühnenwerk durch die Kunstform der Eurythmie in einer Form erhöht worden, die ich nie für möglich gehalten hatte. Sie wurde Teil des dramatischen Geschehens, hat erfüllt, was in gewissem Sinne zuvor nur ‹Eingeweihte› ohne sie erfahren konnten. Sie wurde ein wichtiger Bestandteil des Bühnengeschehens, konnte unmittelbar für jeden Zuschauer wie auch für uns Sänger auf der Bühne sichtbar, ja erlebbar machen, welche Seelenzustände, welches Natur- und Geisteswirken in der Musik auf die Handlung, auf die Erzählung, auf die Figuren einwirken, sie führen, ihre Handlungen und ihr Erleben beeinflussen oder gar verursachen. Was diese Ostern am Goetheanum entstanden ist, das war weit entfernt von Oper mit ‹Einlage›.»

Diese Nachricht erschien auch in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum›.


Bild Parsifal am Goetheanum, 2023. Foto: François Croissant