Für ein neues Anthropozän

Für ein neues Anthropozän

12 November 2022 Lin Bautze & Ueli Hurter & Johannes Kronenberg 84 mal gesehen

Jetzt erscheint am Goetheanum ein kleines Buch mit großem Anliegen, ‹Atmen mit der Klimakrise›. Im Anschluss an die gleichnamige Tagung 2021, die die Jugendsektion und die Sektion für Landwirtschaft gemeinsam veranstaltet hatten, entstand dieser ‹Aufruf zu einer neuen Beziehung zwischen Mensch und Erde› von Lin Bautze, Johannes Kronenberg und Ueli Hurter.


Es ist auch der Versuch, eine neue Sprache im Goetheanum zu entwickeln und eine neue Beziehung zum Thema ‹Klimawandel› aufzubauen. Die Anthroposophie bietet einen Zugang, um die Menschheit in ihrer schöpferischen Wirksamkeit und Freiheit zu bejahen und die Partnerschaft mit der Erde neu aufzubauen. Das Buch stellen Lin Bautze und Ueli Hurter auf dem Klimagipfel COP 27 in Ägypten im November vor. Hier einige Auszüge:

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Jemand fragt sich. Ist mein Leib die Erde? Ich bin die Erde. Die Erde bin ich. Mein Leib ist die Erde. Die Erde ist mein Leib. Doch bin ich nicht ganz Leib. Und nicht nur Erde. Ein Teil von mir ist Gast. Wir sind zu Gast. Und doch zu Hause. Ich atme. Die Erde atmet. Die Erde lebt. Auf der Erde will ich leben. […]

Die Erde trägt dein Handeln. Die reine Diagnose bringt keinen Wandel. Wir gehören zu einer Generation, die noch nie so viel Wissen frei zugänglich zur Verfügung hatte. Wir sind fertig. Wissen alles.

Und trotzdem: Das Handeln fällt so schwer.


Wir fahren mit dem Auto. Wir fliegen. Wir essen. Wir kaufen. Wir werfen weg. Wir gestalten. Wir zerstören.

Wir hören nicht. Wir wollen leben! Wie?

Wirkliche Konsequenz in der Klimakrise ist komplex. Sie ist manchmal unbequem und kann eine Überwindung des eigenen Komforts erfordern.

Die Umweltkrise atmen. Spüren. Kennenlernen. Wegschauen. Nicht wegschauen. Schauen.

Welche Perspektive könnte uns hier helfen, um einen neuen Umgang mit unserer Erde zu finden? Das Bild der Erde als Organismus kann uns helfen, uns mit der Erde zu verbinden. Empathie zu entwickeln und in ein positives Handeln zu kommen.
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Dieser Text ist ein Auszug aus einem Artikel, der in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› veröffentlicht wurde. Sie können den vollständigen Artikel auf der Website der Wochenschrift lesen.

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Titelbild Treibende Meereisbrocken in den kalten Gewässern des Foxe-Beckens in der Nähe von Baffin Island in der kanadischen Arktis. Meereis beginnt oft als Fetteis, eine suppige Schicht aus winzigen Eiskristallen auf der Meeresoberfläche. Wenn die Temperatur sinkt, wird das Fetteis dicker und verschmilzt zu festeren Eisplatten. Foto: Satellitenaufnahme des USGS (United States Geological Survey)