Hin zu einer Eine-Welt-Wirtschaft

Hin zu einer Eine-Welt-Wirtschaft

27 September 2022 Kim Chotzen 374 mal gesehen

43 Mitglieder der Economics Conference aus 14 Ländern reflektierten in 14 einstündigen Online-Einheiten Rudolf Steiners ‹Nationalökonomischen Kurs› (GA 340).


Vor 100 Jahren, von 24. Juli bis 6. August 1922, traf sich Rudolf Steiner mit jungen Ökonom/inn/en, um ihnen eine neue Sprache zum Überwinden des wirtschaftlichen Nationalismus nach dem Ersten Weltkrieg zu vermitteln. 100 Jahren später fand an den gleichen Tagen online eine Gedenkfeier statt. Marc Desaules stimmte uns ein, indem er feststellte, «der ‹Nationalökonomische Kurs› ersetzt nicht das ernsthafte Streben nach einer sozialen Dreigliederung […] Vielmehr ist er, so wie ich ihn verstehe, ein letzter Versuch Rudolf Steiners, die soziale Frage anzugehen.»

Täglich gab es Vorträge, etwa über örtliche Assoziationen als Wahrnehmungsorgane, die ‹Geld als Buchhaltung› verstehen; persön­lichen Kredit ohne Sicherheiten zum Freisetzen menschlicher Kreativität; christologische Aspekte des Wirtschaftslebens; assoziative Finanzkompetenz, Jugendanleihen und bankloses Kapital für Unternehmer/innen; das Hoffen auf eine neue Rolle des Westens anstelle einer angloamerikanischen Vorherrschaft. Den ‹Nationalökonomischen Kurs› ernst nehmen heißt, mit ihm den Egoismus im Wirtschaftsleben überwinden lernen. Solche Gedanken können wie beruhigende Tropfen in einem Meer von wütenden Wellen sein.

Einige Schlüssel-Erkenntnisse: Direktes, ungesichertes Leihen kann die vollen ‹Kapital­ansammlungen› von heute aufzehren; der wahre Preis stellt sich ein, wenn wir den wirtschaftlichen Bedürfnissen anderer dienen; an Waldorfschulen braucht es eine assoziative Wirtschaftskunde. Zum Vormerken: 2024 gibt es den von Daniel Dunlop gegründeten Weltenergierat seit 100 Jahren.


Aus dem Englischen von Sebastian Jüngel.

Originaltext The Economics Conference

Anfragen economics@goetheanum.org