Inspiration Goethe

Inspiration Goethe

22 März 2024 Wolfgang Held 173 mal gesehen

«Ich möchte, was mir als Anthroposophie vorschwebt, am liebsten Goetheanismus nennen.» Mit diesem Zitat aus einem Manuskript Rudolf Steiners von 1917 beginnen Ariane Eichenberg und Christiane Haid die neue Ausgabe der Zeitschrift ‹Stil›.


‹Inspiration Goethe› haben sie die Sammlung von sechs Beiträgen zu Goethe und Rudolf Steiner überschrieben. Eingestreut sind in großem Maßstab Landschafts-, Wolken- und Pflanzenaquarelle von Goethe. 2600 Skizzen und Malereien hat er im Laufe seines Lebens aufs Papier gebracht. Fritz Wefelmeyer stellt Rudolf Steiners Goethe-Studien in einen Zusammenhang mit anderen Rezipienten. Wer hatte Goethes auf dem Erlebnis gründende Forschungen verstanden? Wilbert Lambrechts geht einen überraschenden Weg – er nimmt drei Gespräche, die jeweils biografisch bei den Gesprächspartnern einschlagen: erst Goethe und Schiller, dann Rudolf Steiner und Karl Julius Schröer und schließlich Walter Johannes Stein und Steiner. Christiane Haid zeichnet den steinigen Weg von Goethe und Schiller zu ihrer engen Freundschaft. Jaap Sijmons nimmt ‹Goethes Weltanschauung› als biografischen Moment in Rudolf Steiners Leben. Steiner habe in dieser Zeit biografisch die Bewusstseinsseele ausgebildet. In Johannes Wirz’ Artikel zur Metamorphosenlehre liest man gleich am Anfang einen interessanten Gedanken. Goethes Urpflanze sei das Gleichnis für das höhere Ich, die einzelnen Organe – Blatt, Blüte, Frucht und Samen – seien ein Bild für die sich inkarnierende Individualität. «Unverkennbar mündet das Studium der Metamorphosenlehre in seinem späteren Werk in die umfassende Darstellung von Wiederverkörperung und Schicksal ein.» Im letzten Beitrag zu Goethe fragt Eckart Förster, ob Hegels Logik eine goetheanistische Metamorphosenlehre sei.

Diese Nachricht erschien auch in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum›.


Zeitschrift ‹Stil›, Ausgabe Weihnachten 2023 Inspiration Goethe, zu beziehen über den Verlag am Goetheanum

Bild (Ausschnitt)
Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), ‹Italienische Küstenlandschaft bei Vollmond›,1787, Bleistift, Pinsel und Tusche. Quelle: Klassik Stiftung Weimar, Bestand Museen