Parsifal in Australien

Parsifal in Australien

09 Juli 2024 Paula Boslau 54 mal gesehen

Vom 10. bis 14. Juli finden am Goetheanum die Theater-Festtage statt. Das australische Ink-Pot-Arts-Theaterensemble wird dort unter der Regie von Peter Oswald ‹Parsifal› aufführen. Die britische Sage wird dabei ergänzt durch Kulturelemente der Aborigines sowie durch die Flora und Fauna ihres Landes. Ein Interview mit Peter Oswald.


Worum geht es in der Aufführung?

Dies ist eine Theaterversion der Artussage von Parsifal, basierend auf dem Gedicht von Wolfram von Eschenbach. Parsifals Mutter zieht ihn in einem Wald auf, damit er nicht wie sein Vater Ritter wird und im Kampf stirbt. Parsifal ist jedoch dazu bestimmt, der größte Ritter seiner Zeit zu werden. Er findet die Gralsburg und versäumt es, die Frage zu stellen, die den Gralskönig heilen wird. Dann erfährt er nach langem Verzweifeln und Umherirren die Frage, die er stellen muss, findet die Burg wieder, heilt den König und das Ödland und wird selbst Gralskönig.

Zu welchen Themen und Fragestellungen forscht ihr?


Diese Produktion umgreift die ganze Welt, da ich als britischer Schriftsteller mit einer Non-Profit-Organisation in Australien kooperiere. Unser Ziel ist es, ein globales Netzwerk des Geschichtenerzählens zu schaffen. Die Artussage stammt aus Großbritannien, ist aber durch unterirdische Strömungen mit den Träumen der Aborigines verbunden. Artus Name steht auf dem Land von Großbritannien; dort schläft er. Ebenso ist das Land von Australien eine Karte alter Geschichten, die von lebenden, jedoch unsichtbaren Wesen handeln. Zur Heilung dieser Welt und unter Nutzung der femininen Elemente der Geschichte zielt diese Produktion darauf ab, eine interkontinentale Gemeinschaft zu schaffen, in der Menschen gemeinsam mit der Erde schöpfen.

Welchen Einfluss hat Rudolf Steiners ‹Dramatischer Kurs› auf eure Arbeit?


Ich persönlich führe jeden Tag Übungen aus Steiners Kurs durch. Diese helfen mir dabei, meine Schreib- und Aufführungspraxis mit der elementaren und spirituellen Welt zu verbinden. Mein Verständnis des Kurses wurde durch die Arbeit mit Ink Pot Arts vertieft. Die Proben orientieren sich an Steiners Angaben zur Eurythmie sowie zu Sprache und Schauspiel. Durch diese Lehren und Hinweise kann ich mir das Wort als einen Akt spirituellen Willens vorstellen, der in die Welt eintritt. Ich kann spüren, wie aus Klängen wahrnehmbare Realität entsteht. Das ist für mich der Sinn von Theater.

Diese Nachricht erschien auch in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum›.


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Bild Kreative Entwicklungsprozesse zu ‹Parsifal›, Foto: Alexander Mitchell