«Wasser verstehen lernen heißt, Leben zu schützen»

«Wasser verstehen lernen heißt, Leben zu schützen»

04 September 2023 Sebastian Jüngel 2938 mal gesehen

Der Wasserhaushalt der Erde ist aus den Fugen geraten. Extremwetterlagen führen mal zu Dürre, mal zu Überflutungen. Dabei ist das Wasser selbst nicht die Ursache, sondern Ausdruck von Rahmenbedingungen, an denen der Mensch großen Anteil hat. Darauf weist Jasmin Peschke, Leiterin des Fachbereichs Ernährung am Goetheanum, anlässlich des Welternährungstags 2023 hin.


«Wir können nicht auf die große, globale Lösung des Wasserproblems warten, sondern sollten die Ursachen bekämpfen», sagt Jasmin Peschke. Die promovierte Oecotrophologin ist davon überzeugt, dass ein zentraler Beitrag eine bewusste Lebensmittelauswahl darstellt.

Die Macht liegt dabei nicht allein bei Konzernen, sondern auch bei der einzelnen Verbraucherin, dem einzelnen Verbraucher. «Entscheide ich mich für ein Lebensmittel, das biologisch oder biodynamisch angebaut wird, ermögliche ich eine Umwelt, bei der das Grundwasser weder mit zu viel Nitrat noch mit Pestiziden belastet wird. Darüber hinaus unterstütze ich den Umgang mit einem Boden, der Wasser aufnehmen und speichern kann, weil er Humus aufgebaut hat und das Jahr über bewachsen ist», so die Ernährungsexpertin. In Folge werde so auch die Qualität der Lebensmittelherstellung gesichert, da hier Wasser eine wichtige Zutat ist.

«Die Wassersituation zu verbessern, betrifft uns alle», warnt Jasmin Peschke. Denn es leben nicht nur über 2,4 Milliarden Menschen mit Wasserknappheit oder kontaminiertem Wasser. Weltweit sind zudem die Süßwasserressourcen pro Person in den letzten Jahrzehnten um 20 Prozent gesunken. Ohne Wasser kommt es zur Störung der physiologischen Prozesse in Lebewesen: Betroffen sind beispielsweise der Transport von Nährstoffen und Abbauprodukten, die Temperaturregulation und die Grundversorgung von Zellen und Geweben.

«Wasser selbst ist keine Gefahr, es passt sich nur den jeweiligen Bedingungen an – Wasser verstehen lernen heißt, Leben zu schützen und zu ermöglichen», ist Jasmin Peschke anlässlich des Welternährungstages 2023 ‹Wasser ist Leben. Wasser ist Nahrung› wichtig.


Web Fachbereich Ernährung / Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum

Titelbild Wasser in der Chälengrabenschlucht, Hofstetten, Schweiz (Foto: Sebastian Jüngel)