Farbe und Form
Tagung

Himmelfahrtstagung in Bukarest

Farbe und Form

als Brücken zur geistigen Welt


von 14. bis 17. Mai 2026

Reise

Von alters her waren Farbe und Form die gestaltenden Elemente, durch die Künstler versucht haben, die geistige Wirklichkeit erlebbar zu machen. Doch mit Beginn der Neuzeit verloren sie diese Vermittlungsaufgabe, indem Farbe und Form mehr und mehr an die sinnliche Welt festgebunden wurden. Goethes phänomenologische Betrachtungsweise von Licht, Finsternis und Farbe sowie seine Entdeckung des Prinzips der Metamorphose eröffneten Ende des 18. Jahrhunderts wiederum einen neuen Zugang zu ihren übersinnlichen Dimensionen.

Ab 1907 führte Rudolf Steiner, auf Goethe aufbauend, das Prinzip der Metamorphose sowie ein vertieftes Farbempfinden in die Künste und die Architektur ein. Ganz im Einklang mit der damaligen künstlerischen Avantgarde befreite er die Farbe vom Gegenstand und verwendete sie als freies Farbenfluten in der Kuppelmalerei des ersten Goetheanum. So gipfelte der neue Ansatz, die Kunst mit kosmischen Kräften in Beziehung zu bringen, im Bau des ersten Goetheanum (1913–1922). Alle bildenden und musischen Künste sind hier zu einem einmaligen Gesamtkunstwerk verschmolzen worden. Der Bau ermöglichte ein lebendiges und vielseitiges Erleben des Wesens des Menschen in Verbindung mit dem Makrokosmos. In Farbe und Form wurde so die Entwicklung des Menschen und der Erde anschaubar. Die farbigen Fenster des Goetheanum, die Deckenmalerei, die Metamorphose der Kapitelle und der Architrave sowie die Statue des Menscahheitsrepräsentanten bilden viele Zugänge zu den geheimnisvollen Zusammenhängen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos.

Durch Einführungen und Arbeitsgruppen wollen wir diese Geheimnisse sowohl inhaltlich als auch künstlerisch erkunden. Vorkenntnisse oder künstlerische Fähigkeiten sind dazu nicht notwendig, nur ein lebendiges Interesse am Thema und Freude am künstlerischen Tun.

Wir freuen uns auf eine im Geist der Himmelfahrt inspirierende Tagung, vielfältige Begegnungen und eine befeuernde Zusammenarbeit in den Künsten. Die Tagung findet in deutscher Sprache mit rumänischer und englischer Übersetzung statt. Die AGs sind teilweise mehrsprachig.

Yaike Dunselman, Lucie Gmünder, Christiane Haid, Ulrikke Stokholm, Pieter van der Ree und Vlad Popa