Biodynamik auf dem Klimagipfel

Biodynamik auf dem Klimagipfel

06 Dezember 2022 Ueli Hurter 408 mal gesehen

Lin Bautze und Ueli Hurter waren für die Sektion für Landwirtschaft auf dem weltgrößten Klimagipfel in Ägypten.


2019 fragte Guillermo Scallan bei Constanza Kaliks an, ob das Goetheanum und die Anthroposophische Gesellschaft nicht an den Klimagipfel COP25 (Conference of the Parties) in Santiago de Chile kommen könnten, um den Beitrag der Anthroposophie zur Herausforderung der Klimakrise einzubringen. Sie selbst seien dort mit der Avina-Stiftung vertreten und würden Rundtischgespräche organisieren. Wir seien herzlich eingeladen. Dieser Ruf war überraschend, herausfordernd, und zunächst war gar keine Basis da, weder in der Erkenntnis noch in den Handlungsfeldern, um aus der Anthroposophie einen substanziellen Beitrag zum Thema Klimakrise zu geben.

Im Sommer 2019 waren rund um den Erdball ‹Fridays for Future›-Gruppen auf den Straßen, vor allem junge Menschen. Wir fassten den Entschluss, die Landwirtschaftliche Tagung 2021 zusammen mit der Jugendsektion zum Thema ‹Klima› zu machen. Gestandene Bauern und Bäuerinnen und junge Stadtmenschen begegneten einander. Auch die tiefe Verbundenheit mit der Erde und eine Scheu, die Erde überhaupt zu betreten, weil ein Fußabdruck schädigend sein könnte, standen sich gegenüber. Im Miteinander haben wir Perspektiven gefunden. Die Tagung selbst musste in jenem Jahr zu 100 Prozent digital durchgeführt werden. Ein großes Experiment und ein absolutes Novum für das Goetheanum, doch ein Erfolg für viele der 1200 Teilnehmenden aus über 60 Ländern.

Das Büchlein ‹Atmen in der Klimakrise›

In der Nachbereitung der Tagung und im weiteren Umgang mit dem Klimathema wollten wir einige der Resultate der Tagung einem weiteren Publikum zugänglich machen. Denn in der Regel wird die Klimadiskussion völlig reduktionistisch und mechanistisch geführt. Es geht nur um die Einlagerung von CO2 beziehungsweise von CO2-Äquivalenten, mit dem Ziel, die dadurch verursachte Erwärmung der Atmosphäre aufzuhalten. Aus computersimulierten Prognosen entsteht ein apokalyptisches Zukunftsbild und ein Imperativ des Handelns, der umfassendere Gesichtspunkte nicht aufkommen lässt. Auf der Tagung war es uns gelungen, weitergehende Gesichtspunkte herauszuarbeiten und gemeinsam zu erleben. Können wir diese so formulieren, dass sie ein Beitrag aus der Anthroposophie für die öffentlichen Klimaverhandlungen sind?

Dieser Text ist ein Auszug aus einem Artikel, der in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum› veröffentlicht wurde. Sie können den vollständigen Artikel auf der Website der Wochenschrift lesen.

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Titelbild Lin Bautze