Das Wesen jedes Kindes fördern

Das Wesen jedes Kindes fördern

14 März 2022 Sebastian Jüngel 1749 mal gesehen

Die Förderung des Menschen in seiner jeweiligen Unverwechselbarkeit wird in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Ziel der Reformpädagogik. Die Pädagogische Sektion am Goetheanum ruft in einer Videoreihe Ansätze in Erinnerung, die vom Wesen des jeweiligen Kindes in seinem Lebensumfeld ausgehen.


Dass das Kind in Erziehung und Bildung sein eigener Maßstab ist, ist eine Errungenschaft der Reformpädagogik. Der junge Mensch galt zuvor als kleiner Erwachsener, musste seine Arbeitskraft einbringen. Später hatte er als Mann dem Militär zur Verfügung zu stehen oder als Frau für die Familie und den Haushalt zu sorgen – es galt, den kirchlichen und staatlichen Vorstellungen zu entsprechen. Heute gibt es die Vorstellung, dass das Kind auf die Aufgaben in der Wirtschaft und als Konsumentin und Konsument vorzubereiten ist.

Die Reformpädagogik geht vom Kind als eigenständigem Wesen aus. 2015 hielt die Unesco in ihrem Dokument ‹Rethinking Education: Towards a global common good?› fest: «Die Würde, Fähigkeit und Wohlfahrt des Menschen in seinem Verhältnis zu anderen Menschen und zur Natur sicherzustellen und zu verbessern, das sollte der fundamentale Zweck von Bildung im 21. Jahrhundert sein.» Dazu sei ein dialogischer Zugang zum Lernen notwendig, so wie von Martin Buber und Paulo Freire vorgeschlagen. Constanza Kaliks und Philipp Reubke von der Leitung der Pädagogischen Sektion am Goetheanum haben Expertinnen und Experten eingeladen, solch ein Bildungsziel anhand der Ansätze ausgewählter Persönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts zu veranschaulichen.

Die Pädagogische Sektion am Goetheanum erforscht die anthroposophisch inspirierte Pädagogik und entwickelt sie im Austausch mit den Waldorf-/Steinerschulen weltweit weiter.


Videoreihe Stimmen einer menschenwürdigen Pädagogik

Beiträge über Paulo Freire (1921–1997), Janusz Korczak (1878–1942), Adolphe Ferrière (1879–1960), Edouard Claparède (1873–1940) und Denis de Rougemont (1906–1985), Martin Buber (1878–1965), Emmi Pikler (1902–1984), Célestin und Élise Freinet (1896–1966, 1898–1983) und Maria Montessori (1870–1952)

Foto Kinderzeichnung (Symbolbild)