Gesundheit auf all deinen Wegen

Gesundheit auf all deinen Wegen

14 November 2022 Sonja Zausch 356 mal gesehen

Mit 450 Tagungsteilnehmenden mit und ohne Assistenzbedarf aus 30 Ländern wurden bei der Herbsttagung Zugänge zu dem großen Feld der Gesundheit angeboten: aus Argentinien über Vernachlässigung und Verwahrlosung, aus Georgien zu einer offenen Begegnungshaltung zum Mitmenschen, aus der Kleinkindtherapie die zarte Geste in das Vertrauen.


Außerdem: Wie ernähre ich mich ausgewogen und mir entsprechend? Umgang mit Verstorbenen. Gesunde Organisationsentwicklung. Lernen, über die eigene Verletzlichkeit zu sprechen. Wie bilden wir unser Mitgefühl im Angesicht des Du aus? Und schließlich: «Sei dort, wo du nicht bist!»

Begonnen hat die Tagung mit einem Beitrag von Jan Göschel, in dem er Mythen und Geschichten zum Gleichgewicht erzählte, die während der ganzen fünf Tage im Hintergrund mitschwangen. In den Vormittagspanels ging es um Liebe, Verletzlichkeit und Gleichgewicht. Christine Gruwez hat die Tagung mit einem Beitrag zu Sanftmut und der Spannung zwischen Leben und Form abgeschlossen. Im Lebendigen ist alle Potenz, sind alle Möglichkeiten enthalten, und das Prinzip der Form begrenzt diese Möglichkeiten. Dadurch entsteht eine Richtung und eine Intention, eine ergebnisoffene Bestimmung. Erkennend dann, dass die Bestimmung beinhaltet, dass alle anderen Richtungen nicht eingeschlagen werden können – und dass damit eine erste Verwundung entsteht, der erste Moment des Schmerzes, der Moment des Bewusstseins.

Die Stimmung war herzlich und fröhlich, mit Dankbarkeit, zumal am zweiten Abend schon im großen Stil von den Teilnehmenden improvisiert wurde: Der Volkstanz musste überraschend, aufgrund von Krankheit, selbst organisiert stattfinden und war herrlich, leidenschaftlich und international!

Deutlich ist, dass das Leben mit Menschen und als Mensch mit Assistenzbedarf als große Überschrift ein interdisziplinäres gesellschaftliches Thema ist und immer mehr sein wird. Denn das Feld der Definition vergrößert sich immer weiter. Behinderungen und Barrieren, mangelnde Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe – das Thema der UN-Behindertenrechtskonvention – sind eine Herausforderung für alle Menschen auf unserer Erde. Wir bleiben dran – in 52 Ländern des Netzwerks, in denen anthroposophische Arbeit in diesem Sinne geleistet wird.

Dieser Artikel wurde bereits zuvor in der Wochenschrift veröffentlicht. Diesen und viele weitere wöchentlich neu veröffentlichte Artikel können sie auf der Website der Wochenschrift lesen.


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Das Titelbild ist während der Tagung in Oktober entstanden. Foto: Xue Li