Hundert Jahre Jungmedizinerkurs

Hundert Jahre Jungmedizinerkurs

08 Februar 2024 Marion Debus & Wolfgang Held 122 mal gesehen

Unter dem Titel ‹Wie finde ich das Gute?› fand am Jahresanfang die Tagung und Feier zum Jubiläum von Rudolf Steiners Kurs für Studierende der Medizin statt. 130 Teilnehmende kamen an der Onlinekonferenz zusammen.


Dabei mussten Teilnehmende im Westen um 3 Uhr morgens am Rechner sein, während andere in Fernost bis nach Mitternacht dabei waren. Es ging in der Arbeit um ein besseres Verständnis der saturnischen, lunaren und solaren Wirkungen im Organismus. «Was ist der Blick der mit diesen Planeten verbundenen Erzengel?», sei eine Frage gewesen. Die Antwort suchten wir dabei auch in der gegenseitigen Achtsamkeit und Aufmerksamkeit unter uns Menschen. Im Schlussplenum wurden Höhepunkte der Zusammenkunft ausgetauscht: Der Tanz um das Feuer als Bild der Verbundenheit; den unterschiedlichen Klang der Metalle im Workshop zu hören und wie einfach Gold klingt, nicht anders als die Liebe; die vielen Umarmungen untereinander als Bild des Vertrauens und der Wärme. Eine Teilnehmerin las ihre poetische Reflexion vor:

Du Silberwesen, Geistes-Ich
Was spiegelt sich in Dir?
Ganz verstummt gewesen
als ich mich sah und
wir uns gegenüberstanden.
Was uns gegenseitig
sichtbar macht war Licht.
Was uns verbindet
neugierig, warm,
im Herzen lacht.

Eine Teilnehmerin betonte, dass sich Ita Wegman und Rudolf Steiner an der Weihnachtstagung mit dem Goetheanum verbunden hätten und man sie deshalb ‹hier› finden könne. Sie zitierte ihren Kollegen Martin Günther-Sterner, wonach man sich hinter jedem Satz dieses Vortragskurses ein Ausrufezeichen denken könne. Im fünften Vortrag habe sie nun ein solches Ausrufezeichen entdeckt. Rudolf Steiner spreche über die Medizinische Sektion und Ita Wegman und gebrauche in einem Absatz viermal das Wort Vertrauen: innerliches Vertrauen, wirkliches Vertrauen, vollständiges Vertrauen. Ohne dieses Vertrauen, so Rudolf Steiner weiter, wird es nicht gehen. Die Teilnehmerin schloss damit, dass es auch für sie neu sei, dass es darum gehe, Menschen, die in der Verantwortung stehen, Vertrauen zu schenken. «Aus der Bewegtheit eures eigenen Schicksals seid ihr aus allen Teilen der Welt zusammengekommen, um zu Säulen der medizinischen Arbeit zu werden.»

Diese Nachricht erschien auch in der Wochenschrift ‹Das Goetheanum›.


Foto Nicole Asis