Künstlerisches Neuland: ‹Parsifal› am Goetheanum

Künstlerisches Neuland: ‹Parsifal› am Goetheanum

06 April 2022 Wolfgang Held 5960 mal gesehen

Richard Wagners musikalisches Bühnenwerk ‹Parsifal› kommt Ostern 2023 als Koproduktion von Pamy Mediaproductions und Goetheanum auf dessen Bühne. Die Inszenierung verbindet Oper und Eurythmie.


Nicht selten wird das Goetheanum als Gralsburg bezeichnet, jetzt wird es zu einer solchen. ‹Parsifal›, den letzten europäischen Mythos, schließt Richard Wagner für die Neuzeit auf – ein freies Projektteam bringt dieses Bühnenweihfestspiel ans Goetheanum bei Basel, Schweiz: Dazu kommen Jasmin Solfaghari (Opernregie) mit Walter Schütze (Bühnen- und Kostümbild) und Stefan Hasler (Eurythmieregie) mit Klaus Suppan (Lichtdesign) zusammen.

Richard Wagners musikalischen Brückenschlag vom Hier und Jetzt in transzendente innere Welten macht der Dirigent Roland Fister mit der Philharmonie Baden-Baden, Deutschland, hörbar und machen 29 Eurythmistinnen und Eurythmisten aus dem Goetheanum-Eurythmie-Ensemble, Schweiz, und dem Else-Klink-Ensemble Stuttgart, Deutschland, sichtbar. In Wagnerscher Größe begegnen sich Opernkunst und Eurythmie: eine die Musik auslotende Bühnensprache von Jasmin Solfaghari und die fluide Bewegung der Eurythmie von Stefan Hasler.

Wo, wenn nicht in ‹Parsifal›, wo sich alles um Begegnung dreht, um die in Erstarrung gefangenen Gralshüter zu befreien, das Tor zu Entwicklung und Erlösung aufzustoßen, wäre solch ein Crossover der Kunstformen ein interessantes Mittel? «Durch Mitleid wissend» ist das Zauberwort, mit dem Parsifal nach langem Weg des Irrens die Wunde heilt. Gral und Speer kommen wieder zusammen, Kopf und Herz werden eins.

Was mit der Inszenierung von ‹Parsifal› an Ostern 2023 am Goetheanum geschieht, ist künstlerisches Neuland. Das Gemeinschaftswerk «unerschrocken auf die Beine zu stellen», dazu sei, so Jasmin Solfaghari und Stefan Hasler, die Figur des Parsifal die beste Inspiration. Dass die Produktion Wirklichkeit wird, ist der Initiative und dem Engagement von Alexander von Glenck zu verdanken.


Aufführungen ‹Parsifal› 2., 7. und 9. April 2023, 16 Uhr, Goetheanum

Web ‹Parsifal›

Bild Team Parsifal: Klaus Suppan, Stefan Hasler, Jasmin Solfaghari und Walter Schütze (Foto: Pamy und Goetheanum-Bühne)