30 Jahre Neugründung

30 Jahre Neugründung

02 Februar 2021 Violetta Kraeva & Astrid Prokofieff 68 mal gesehen

Am 22. und 23. Dezember 2020 feierte die Anthroposophische Gesellschaft in Russland in Moskau (RU) die ersten 30 Jahre ihrer Neugründung.


Denis Solomkin, Mitglied des Vorstands der russischen Landesgesellschaft, blickte auf die Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft in Europa und Russland von den Anfängen der Theosophischen Gesellschaft seit 1875 und der 1912 von Rudolf Steiner in Köln (DE) gegründeten Anthroposophischen Gesellschaft bis zur Grundsteinlegung des Ersten Goetheanum am 20. September 1913 und der gleichzeitigen Gründung der ersten Anthroposophischen Gesellschaft in Russland. Diese bestand – wie der Bau – nur wenige Jahre, bis Februar 1923.

Schließung, Weiterarbeit, Neugründung

Nach der Schließung der Anthroposophischen Gesellschaft waren die Freundinnen und Freunde in Russland im Stillen unter ständiger Vorsicht und Konspiration tätig, bis aufgrund des politischen Tauwetters in den 1970er- und 1980er-Jahren neue anthroposophische Gruppen an verschiedenen Orten entstanden und sich durch Kontakte zu europäischen Gästen rege entwickelten, wodurch eine Neugründung der Gesellschaft vorbereitet werden konnte. Am 22. Dezember 1990 wurde sie vom Justizministerium als ‹Internationale Anthroposophische Gesellschaft in Russland› – als ein Teil der anthroposophischen Weltgesellschaft – offiziell registriert.

Aus den vergangenen 50 Jahren anthroposophischen Lebens berichteten die Mitbegründer/innen Alla Rogozhina, Pjotr Tschaikovskij (der gegenwärtige Landesrepräsentant) und Lydia Demidova (Witwe von Alexander Demidov), von den Aufführungen des ersten und zweiten Mysteriendramas von Rudolf Steiner Ende der 1970er-Jahre in einem Wohnzimmer mit Kostümen und Bühnenbild – ohne Zuschauer, da alle beteiligt waren. Lebendig wurden die Jahrzehnte der verdienstvollen pädagogisch-sozialen Tätigkeit im ‹Klub Aristoteles›, geleitet von Alla Rogozhina, aus dem später zahlreiche pädagogische Institutionen hervorgingen und in dem intensiv Eurythmie und Rezitation geübt wurden.

Olga Pronina erinnerte an die festliche Eröffnung der Gesellschaft im Sommer 1991 mit über 60 internationalen Gästen im Kulturhaus für Komponisten im Stadtzentrum von Moskau. Ignatiev Rozhdestvensky schilderte die weitere Entwicklung vielfältiger Gruppen in Moskau, die später in den eigenen zentral gelegenen Räumen der Gesellschaft ihre Arbeitsstätte fanden. Eurythmie und Gesang mit Klavierbegleitung bereicherten das Fest.

Gute Wünsche vom Vorstand in Russland

Als besonderes Geschenk für die Bibliothek der russischen Landesgesellschaft wurde das Buch von Mirela Faldey und David Hornemann von Laer ‹Im Spannungsfeld von Weltenkräften. Der Menschheitsrepräsentant in Rudolf Steiners Skulptur, Malerei und Glasradierung› (‹Anthroposophie weltweit› Nr. 11/2020) mit Beiträgen von Sergej O. Prokofieff von seiner Witwe Astrid Prokofieff überbracht.

Ein Almanach mit Erinnerungen an die ersten anthroposophischen Kreise in Russland ist in Vorbereitung.

Der Landesvorstand sandte allen Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft in Russland mit kraftvollen Wünschen für eine weitere fruchtbare Arbeit in der anthroposophischen Bewegung und den zahlreichen Gruppen in vielen Städten des Landes die Einladung zu diesem Jubiläum sowie das Programm für die jährlichen anthroposophisch gestalteten Abende der zwölf heiligen Nächte der Weihnachtszeit und das Epiphaniasfest. Weihnachten beginnt in Russland am 7. Januar, und die Taufe im Jordan begeht man hier am 19. Januar nach julianischem Kalender.


Web Anthroposophische Gesellschaft in Russland