Atem ermöglichen
Pfingsten ist das Fest der Verständigung und der Geistesnähe. Pfingsten erinnert uns daran, dass das, was im Herzen lebt, in allen Sprachen verstanden werden kann.
Jetzt fand das Fest in einer Zeit statt, in der weltweit Menschen in Sorge sind: gegenüber der Erde und ihrem Klima, der Covid-19-Erkrankung als viraler Infektion und dem gesellschaftlichen Lockdown sowie aus Leid und Wut über die erneut in Erscheinung getretene Unmenschlichkeit und Brutalität des Rassismus mit seiner Diskriminierung. Der Atem stockt – bis hin zum Tod – durch Umweltverschmutzung, Krankheit, Armut und Gewalt an endlos vielen Orten.
Aktive Zuwendung zu anderen
Wo finden wir Quellen der Kraft, damit das, was im menschlichen Herzen lebt, zur Verständigung führt und Geistesgegenwart eine Gegenwart der Menschlichkeit wird, einer im Menschen gelebten Geistesgegenwart gegenüber Natur, Tieren, Menschen und dem anderen?
Weltweit ist auch tiefe Menschlichkeit erlebbar. Was den anderen betrifft, bleibt einem selbst nicht fremd – es betrifft einen. Wo Solidarität den Erdball umfasst, bildet sich aus Wärme eine Hülle, die einen wieder atmen lässt. Viele setzen sich ein: für den Nachbarn, den Nächsten, auch für den, der auf einem anderen Kontinent lebt, eine andere Sprache spricht, den ich aber verstehen kann in dem, was alle Menschen umschließt. Pfingstliches wird so konkret erfahrbar – auch in anthroposophischen Einrichtungen und Institutionen, wie Mitglieder und Freunde von vielen Orten der Welt berichten. Verstehbarkeit, Verständigung und eine aktive Zuwendung zu anderen werden in dieser Zeit zur täglichen Anforderung – für ein menschenwürdiges Leben, das Atem ermöglicht.
Anregung eines Austauschs
Um zu den vielen Fragen aus den Erfahrungen in der Corona-Krise etwas beizutragen, hat die Goetheanum-Leitung Gedanken und Anregungen der Hochschulsektionen in einem Buch auf Deutsch und Englisch zusammengestellt. Wir grüßen Sie, liebe Mitglieder, herzlich aus der Juni-Goetheanum-Klausur und der Videokonferenz mit den Länderrepräsentant/inn/en am 8. Juni, in der wir uns wahrnehmen und uns etwas über die jetzige Lage weltweit austauschen konnten.
Web: Verlag am Goetheanum