Eliant – nötiger Rückhalt aus der Zivilgesellschaft

Eliant – nötiger Rückhalt aus der Zivilgesellschaft

26 Oktober 2020 Sebastian Jüngel 14 mal gesehen

Seit ihrem Start 2006 setzt sich die Allianz von Initiativen angewandter Anthroposophie (Eliant) für kulturelle Vielfalt und den Erhalt von Wahlmöglichkeiten in Europa ein. Sie unterstützt dabei auch Kampagnen der europäischen Partnerverbände und Institutionen mit verwandten Zielsetzungen.


Das Kernanliegen von Eliant – sich für den Erhalt von Wahlfreiheit bei lebenspraktischen Fragen einzusetzen, damit kulturelle Vielfalt erhalten bleibt – ist weiterhin und zunehmend aktuell. Denn Richtlinien und behördliche Bestimmungen engen diese Möglichkeiten immer mehr ein. Zweimal im Jahr treffen sich die Allianzpartner/innen zur gegenseitigen Wahrnehmung der Anliegen und zum Erfahrungsaustausch.

Einsatz für humane Bildung

2016/17 hat die deutsche Waldorfkindergartenvereinigung mit dem Neurowissenschaftler Manfred Spitzer eine Petition für bildschirmfreie Kindertagesstätten und Kindergärten auf den Weg gebracht, die in knapp sechs Monaten 69 000 Unterschriften erzielte. Sie richtete sich an das Familienministerium in Deutschland. Da dort jedoch für die Zwangsdigitalisierung noch keine Rechtsgrundlage besteht, das heißt, die Wahlmöglichkeit nicht infrage steht, war der Haupteffekt dieser Unterschriftensammlung das Bekanntmachen dieses Anliegens und seiner wissenschaftlichen Fundierung.

Im Rahmen der von Eliant 2017 durchgeführten Konferenz in Brüssel (BE) zu Werten und Kompetenzen eines gesunden digitalen Ökosystems fiel der Entschluss, mit dem Bündnis für humane Bildung eine europaweite Petition für Erhalt und Weiterentwicklung bildschirmfreier Kindergärten und Grundschulen zu lancieren. Den Anstoß gab die damalige Generaldirektorin für Erziehung und Kultur der europäischen Kommission, Martine Reicherts, als sie in ihrer Eröffnungsrede deutlich machte, dass die Digitalisierung alle Lebensbereiche erfassen werde und dass das Bildungswesen dabei von besonderem Interesse sei. Umso wichtiger sei es aber, dass es Menschen gebe, die die Warnungen aus der Wissenschaft vor einem Zu-Früh und Zu-Viel der medialen Exposition ernst nehmen und sich für alternative Erziehungsmodelle einsetzen.

So dankbar die bei Eliant Verantwortlichen über die bislang 62 000 Unterstützer/innen sind, so sehr hoffen sie, bis Ende 2020 das erstrebte Ziel von 100 000 zu erreichen. «Es zählen auch Unterschriften der außereuropäischen Länder, machen sie doch deutlich, dass der Einsatz für ein humanes Bildungswesen eine globale Aufgabe ist», betont Michaela Glöckler von Eliant.

Präsenz in Brüssel

«Kontakte pflegen und mitarbeiten, wo es sinnvoll und möglich ist», so benennt Michaela Glöckler ein weiteres Arbeitsprinzip von Eliant. Eliant und seine Partnerorganisationen haben ihre Büros im Haus der Fondation Rudolf Steiner gemietet, welches in Fußweite zum europäischen Parlament und der europäischen Kommission liegt. Daher eignet sich dieses Haus auch für kleinere Kolloquien und Kontaktgespräche.

Dem Kontakt zur Basis dient nicht zuletzt der Eliant-Newsletter. «Je mehr Menschen sich vernetzen, umso größer wird der Rückhalt aus der Zivilgesellschaft für die Initiativen und Produkte der angewandten Anthroposophie in Europa», ist Michaela Glöckler überzeugt.

Die Tätigkeiten von Eliant werden ausschließlich durch Spenden finanziert, für die die gemeinnützige Stiftung Eliant in Deutschland und der Schweiz gegründet wurde.


Quelle: Michaela Glöckler

Web: Eliant
Zur Petition