Evangelium der Erkenntnis und Grundlagenforschung
Die Arbeit der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion ist durch fehlende Reisemöglichkeiten von Mitarbeitenden und Ausfall oder Umwandlung von Präsenzveranstaltungen geprägt. Gleichwohl werden die vorgenommenen Arbeitsfelder bestellt – von Veranstaltungsvorbereitungen über Publikationen bis zu einem neuen Studienangebot.
Klassenstunden: Wo unter den gegenwärtigen Bedingungen Versammlungen räumlich nicht möglich sind, verstärken sich die Initiativen des gedanklich-geistigen Sich-in-Verbindung-Haltens. So vereinbaren vielerorts die Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, den Lebensstrom der Klassenstunden durch individuelle innere Arbeit weiterzutragen. Der Unterschied, für sich allein zu arbeiten, oder sich dabei mit anderen geistig-konkret verbunden zu wissen, kann erlebbar werden.
Vorbereitung Michaelitagung: Die in dieser Zeit aufbrechenden Fragen nach dem menschlich Wesentlichen gilt es, in zukünftigen Veranstaltungen zu bearbeiten. So möchten die Allgemeine Anthroposophische Sektion am Goetheanum und die Anthroposophische Gesellschaft in der Schweiz herzlich zur Michaelitagung am 25./26. September 2020 in Dornach einladen: Als Thema werden die Gruppe des Menschheitsrepräsentanten und das Evangelium der Erkenntnis im Mittelpunkt stehen.
Claus-Peter Röh, Goetheanum
Publikationen: Im Ita-Wegman-Institut für anthroposophische Grundlagenforschung schrieb ich in den vergangenen Wochen der relativen Corona-Stille zwei umfangreiche Monografien zu Ende, die mit gesellschaftspolitischen Fragen der Medizin und den Totalitarismusstudien unseres Institutes zu tun haben – und indirekt mit den aktuellen Herausforderungen. Beide Werke werden im Juni erscheinen: ‹Rudolf Steiner, die Anthroposophie und der Rassismus-Vorwurf. Gesellschaft und Medizin im totalitären Zeitalter› und ‹Nach Auschwitz. Auseinandersetzungen um die Zukunft der Medizin›.
Darüber hinaus nahm ich in verschiedenen Zeitschriften zu Aspekten der aktuellen Corona-Krise Stellung, am umfangreichsten in den ‹Kernpunkten› vom 7. Mai 2020 – unter dem Titel ‹Eine medikalisierte Gesellschaft?›
Drei wissenschaftliche Mitarbeiter unseres Institutes können gegenwärtig nicht in die Schweiz einreisen. In den Gesprächen in der Goetheanum-Leitung und in der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion, in vielen Korrespondenzen und Zoom-Konferenzen aber versuchen wir, in dieser schwierigen Zeit die Zukunft vorzubereiten.
Peter Selg, Goetheanum
Besonderes Studienangebot: Das internationale Anthroposophie-Studium am Goetheanum wird von Oktober bis Dezember ein besonderes Studienprogramm anbieten: ‹Metamorphosis – Paths of Participation.› Durch verschiedene Zugänge wird die Möglichkeit gegeben, den Goethe’schen Ansatz einer Erkenntnis, die ihre Formen an dem zu Erkennenden orientiert, zu erfahren und zu üben. Das Studium von Rudolf Steiners ‹Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goethe’schen Weltanschauung› (GA 2), Naturbeobachtungen, der aktive Umgang mit Biografien, künstlerischen Prozessen sowie Fragen zur Christologie und zu den Gestaltungsimpulsen für das soziale Leben sollen die Grundlage für dieses Trimester bilden. Eingeladen sind Alumni und Menschen, die Interesse an einer intensiven Auseinandersetzung mit einer Erkenntnis haben, die das Lebendige und sich Wandelnde sucht. Das Studium findet auf Englisch statt.
Constanza Kaliks, Goetheanum