Heilpflanzen und Bienen
Die Forschungsaktivitäten der Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum laufen weiter, beispielsweise zu Heilpflanzen und Bienen.
Bei allen Sorgen und Schwierigkeiten, die uns das Corona-Virus und seine gesellschaftlichen Folgen durch die Aussetzung vieler Grundrechte bescheren, ist der Segen des Lockdowns für Natur und Mensch jeden Tag spürbar. Das beginnt schon am frühen Morgen vor Sonnenaufgang, wenn der Himmel vom Osten her golden leuchtet – von keinem einzigen Kondensstreifen durchzogen. Werden solche Erlebnisse dazu führen, dass dieser Wandel nicht aus Angst, sondern aus Einsicht fortgesetzt wird?
Der Jahreszeit entsprechend laufen die Pflanzen- und Bienenprojekte im Haus auf Hochtouren. Was im Winter an Versuchen geplant wurde, muss jetzt früher als erwartet in den Boden oder auf die Bäume. Auf der Suche nach einem krankheitstoleranten Johanniskraut für die Heilmittelherstellung werden viele Varietäten aus der schweizerischen Genbank ausgesät und geprüft. Aus Gold wird mit alchemistischen Methoden ein Präparat hergestellt, das als Dünger für die Goldmelisse dient. Biologen, Ärzte und Pharmazeuten wollen dadurch die Heilkraft der Pflanze verstärken.
Bereits im April konnten die ersten Schwärme eingefangen und in einem gemeinsamen Projekt mit dem Forstbetrieb Dorneckberg in schwindelnder Höhe in Klotzbeuten einlogiert werden. Geeignete Bäume mit Höhlen, die von Bienenvölkern besiedelt werden können, fehlen.
Auch in unseren wöchentlichen Konferenzen lebt die Jahreszeit, vermittelt durch Gespräche über die Wochensprüche. Die meisten Mitarbeiter/innen der Sektion sind physisch anwesend, die anderen schalten sich per Zoom zu.