Jaime Padró

Jaime Padró

29 Mai 2019 Marta Arahuetes & Jesús Atencia & Marta Garbayo 8 mal gesehen

Jaime Padró hat sein Leben dem Wesen Anthroposophia gewidmet. Sein Ideal war es, das Wirken dieses Wesens in übender Annäherung erfahrbar zu machen, sein Bestreben, jedem Menschen einen individuellen Zugang zu Rudolf Steiner zu ermöglichen.


Er war ein Erforscher des Denkens und der Wahrnehmung; es lag ihm an der Begegnung zwischen beiden – als Keim der Wirklichkeit.

Jenseits nationaler Egoismen

Als Vorreiter der anthroposophischen Bewegung in Spanien gab er sein abgesichertes Leben auf und vertraute sich der geistigen Welt, der Liebe und Hingabe an das zu Erschließende an. Eines seiner ersten Anliegen war die Schaffung eines Europa von Geist und Kultur, wozu er sich ein tiefes Verständnis der Beziehungen der Volksseelen erarbeitete. Er schrieb in seinem Buch ‹Der geistige Werdegang der spanischen Kultur. Goetheanistische Methode und Integration Europas›: «Der spanische Volksgeist will Europa die geistige Frucht seines Wirkens schenken; seine zukünftige Gestalt wird aus einem langen Weg zur Brüderlichkeit der Menschheit hervorgehen. Europa wird dieses Geschenk annehmen, wenn es einsieht, dass jenseits der nationalen Egoismen die Zeit beginnt, in der das Geistesleben und das praktische Leben gemeinsam die Wege der Zukunft begehen.»

Sein Leben lang suchte Jaime Padró, Erkenntnistheorie als Schlüssel und Leitfaden für den Wahrheitssuchenden zu vertiefen. Auf dieser soliden Grundlage gab Jaime Padró zahlreiche Seminare zur Sinneslehre und ging damit in Richtung des Aufbaus des Auferstehungskörpers, wie ihn sein Lehrer Friedrich Benesch beschrieb.

Als Meister der Gemeinschaftsbildung und des umgekehrten Kultus fand Jaime Padró immer wieder Bilder aus der nichtsinnlichen Welt und gab sie an seine Wegbegleiter weiter, um sie auf die Aufgabe vorzubereiten, der Erde das Jenseits der Schwelle näher zu bringen.

Erleben des anderen

Aus dem Mund seiner Freunde hört man oft den Satz: «In meinem Leben gibt es ein Vorher und ein Nachher der ersten Begegnung.» Eine Lichtsäule in seiner Seele stützte sein Wirken: die Pflege des Guten und der Liebe. Diese silizische Eigenschaft war stets in seinem Blick wahrzunehmen.

Einige Tage vor seinem Weggang sprach er noch mit Begeisterung von Rudolf Steiners ‹Die Schwelle der geistigen Welt› (GA 17): «Liebe ist ein Erleben des andern in der eigenen Seele. [...] Die Liebe ist für den Menschen die bedeutsamste Frucht des Erlebens in der Sinneswelt. Durchdringt man das Wesen der Liebe, des Mitgefühls, so findet man in diesen die Art, wie das Geistige in der Sinneswelt sich in seiner Wahrheit auslebt. [...] man muss aber ebenso sagen, dass in der Liebe das Geistige innerhalb der Sinneswelt aufwacht.»

Vor 20 Jahren gründete Jaime Padró die Fundación Círculo de Arte Social (Stiftung Soziale Kunst). Diese sollte für ihn ein lebendiger Organismus sein, eine Schule der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Meditation. In diesem Sinne hat er auch einen Weg für die bewusste Schaffung von Gemeinschaft eröffnet.