Medienschaffende
Am 8. Oktober tauschten sich rund 30 anthroposophische Medienschaffende über die aktuelle Situation aus – wegen Corona an einem halben Tag als Videokonferenz.
Anthroposophische Einrichtungen sind zwar auch im deutschsprachigen Raum von Einschränkungen ihrer Tätigkeit durch die Corona-Maßnahmen betroffen: Auslandsaufenthalte und Veranstaltungen mussten wie anderswo abgesagt beziehungsweise verschoben werden, darunter im März die Fachtagung ‹öffentlich wirken›. Dennoch zeigte sich, dass die Arbeit nicht völlig gestoppt war, sondern auf andere Weise fortgesetzt wurde. Hier und da wurden Entwicklungen forciert, hauptsächlich durch Auf- oder Ausbau digitaler Kommunikationsmittel für den Austausch bei Besprechungen und die Durchführung von Veranstaltungen im virtuellen Raum. Um den Faden nicht abreißen zu lassen, fand denn auch dieses halbjährliche Medientreffen als Videokonferenz teil.
Die gesellschaftliche Verortung der Ursachen der Corona-Pandemie schätzten einige als günstig für die Stärkung des Bewusstseins etwa der Folgen von Massentierhaltung, die breite Anerkennung biologisch oder biodynamisch erzeugter Lebensmittel und der Beziehungspflege ein.
Mit Sorge waren der Verfall der Diskurskultur und Vorwürfe gegenüber Anthroposophen Thema. Im Zuge von Protestveranstaltungen gegen Corona-Maßnahmen in Deutschland stellten Autorinnen und Autoren Verbindungen zwischen Rechtsextremen, Verschwörungstheoretikern und Impfgegnern her. Diese Kette wurde oft hin zu Esoterikern und Anthroposophen erweitert. Mit dieser Kontextualisierung werden Anthroposophen als staatsfeindlich, antisemitisch und rassistisch dargestellt. Wie, so fragten sich die Medienschaffenden, kann man unzutreffende Zuordnungen zurückweisen und gleichzeitig Schattenwürfe aufarbeiten?