Mehr Kühe als Menschen
In Uruguay ist vieles kleiner als anderenorts, auch die Belastung durch Sars-CoV-2. Gleichwohl gab es Einschränkungen, die ohne Videokonferenzen bewältigt wurden.
Wir sind wirklich wenige hier. Uruguay hat eine Fläche von 176 000 Quadratkilometern und weniger als 3,5 Millionen Einwohner/innen – ein kleines Land, von der Landwirtschaft geprägt, einigen bekannt als Exporteur von Fußballspielern und Software. Wir sind 36 Mitglieder, die meisten leben in Montevideo. Es gibt etliche Studiengruppen für verschiedene Gebiete der Anthroposophie.
Hier braucht alles seine Zeit. 1962 begannen die ersten Interessierten, Anthroposophie in deutscher Sprache zu studieren. Im Laufe der Jahre war die Anstrengung etlicher Zweigmitglieder für drei Schulgründungen und ihre Begleitung ausschlaggebend.
Im März dieses Jahres mussten wir das Studium mit Anwesenheit unterbrechen. Wir beschlossen, individuell zu Hause – ohne Zoom – weiterzumachen, da wir dieses Kommunikationsmittel als sehr anstrengend erlebt hatten. Welch erholsame Erfahrung war es, als wir im Juli die persönlichen Treffen wiederaufnehmen konnten!
Klein zu sein hat seine Vorteile. Mit 180 akuten Covid-19-Fällen im ganzen Land sind wir privilegiert. Während unsere riesigen Nachbarn Argentinien und Brasilien eine strikte Quarantäne einhalten, sind hier die Schulen offen, wenn auch mit beschränkter Stundenzahl.
Dennoch fragen wir uns: Was werden wir tun, wenn man uns zur Impfung verpflichtet? Welche Auswirkung wird es haben, wenn in etlichen Gebieten die Tendenz, sich weiterhin der Virtualität zu bedienen, andauern wird? Welche Herausforderungen stellt an uns das ‹Zeitgenosse werden›?
Kontakt tallerbasquade@gmail.com