Menschenwürde

Menschenwürde

27 November 2019 Sebastian Jüngel 15 mal gesehen

Von 25. bis 27. Oktober fand an der Universität Mailand eine Tagung zur Menschenwürde statt. In Vorträgen und an Runden Tischen tauschten sich Expert/inn/en aus.


Die drei Jubiläen ‹100 Jahre Waldorf›, 500. Todesjahr von Leonardo da Vinci und 100 Jahre Dreigliederung gaben den äußeren Anlass für die Tagung zur Menschenwürde. Stefano Gasperi, Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in Italien, sah in der Art der Auseinandersetzung eine besondere Qualität: «Wie und wie stark im 20. Jahrhundert die Würde des Menschen verletzt worden ist, ist viel behandelt worden. Hier erlebte ich, dass wir darüber sprachen, wie sich Menschenwürde konkret leben lässt.» Ermöglicht haben dies die Anthroposophische Gesellschaft in Italien, die drei Waldorfschulen in Milano, die Fondazione Antroposofica Milanese und weitere Partner mit Unterstützung unter anderem der Stiftung Adriano Olivetti.

Ermutigung zum Schließen von Allianzen

Ziel war es, Gesichtspunkte für eine menschengemäße Pädagogik und Medizin sowie für ein menschengemäßes soziales Leben zu entwickeln. Zu den Vortragenden gehörten Constanza Kaliks vom Goetheanum, der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer aus Ulm (DE) zum Thema Medien, der Unternehmer und Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz Marc Desaules zum Thema Dreigliederung und der Professor für Bioethik und Medizinethik aus Freiburg im Breisgau (DE) Giovanni Maio. Der in Italien populäre Musiker Franco Mussida brachte seine Erfahrungen mit Musik in Gefängnissen ein. Stefano Gasperi war beeindruckt, dass die Gastdozenten auch zu den Vorträgen der anderen blieben: «Sie dankten dafür, dass sie Neues gelernt haben.»

Darüber hinaus gab es etwas über Anthroposophen zu lernen. Die Anthropologin Nadia Breda hat ihr Forschungsprojekt über die anthroposophische Bewegung geschildert, auch ihre Schwächen aufgezeigt und die Anthroposophen ermutigt, Allianzen zu schließen und mehr und besser mit anderen Organisationen zusammenzuarbeiten.

Auf der Tagung wurde ein Manifest für die Würde des Menschen verfasst, das auf der Tagungswebseite unterzeichnet werden kann. Die Veranstaltung wird später im Internet dokumentiert.


Web www.dignitauomo.it

Quelle Stefano Gasperi