Mit Angst umgehen
Am 2. April nahmen über 30 junge Menschen der Jugendsektion von Amerika über Europa bis Israel an einer Videokonferenz zu Sars-CoV-2 teil.
Wann immer es um Sars-CoV-2 geht, scheint man die Wahl zwischen Pest und Cholera zu haben. Da die direkten Begegnungsmöglichkeiten in vielen Ländern stark beschränkt bis untersagt sind, ermöglichen ausgerechnet digitale Kanäle den Austausch. Diesen Weg beschritt auch die Jugendsektion am Goetheanum mit einer Videokonferenz für alle ihre Gruppen weltweit. Über 30 junge Menschen teilten mit den anderen die Situation ihres Landes und ihrer Jugendsektionsgruppe.
Der zeitweilig zugeschaltete Co-Leiter der Medizinischen Sektion Georg Soldner machte klar, dass die Covid-19-Erkrankung lebensgefährlich ist. Er machte aber auch deutlich, dass für Menschen der direkte Kontakt lebensnotwendig ist. Auf die Frage, welche Frage die Pandemie an uns richte, verwies Georg Soldner auf das gestörte Verhältnis des Menschen zur Tierwelt. Monokausalen Erklärungen stellte er das ganze Spektrum der Lebensweisen moderner Industriegesellschaften entgegen.
Der Wegfall persönlicher Begegnungen und Veranstaltungen fällt den jungen Menschen schwer. Sie setzen jedoch über digitale Kanäle ihre gemeinsame Arbeit fort, soweit möglich. Eine junge Frau berichtete, dass sie über Instagram positive Signale sende und dankbar in den Tag gehe. Andere teilen untereinander Literatur und Gedanken. Die Situation biete der Gesellschaft die Gelegenheit, sich zu ändern, vergleichbar mit der Zeit der Spanischen Grippe, in der Rudolf Steiner die Waldorfschule und die Idee der Dreigliederung des sozialen Organismus inaugurierte. Wichtig sei auch, einen eigenen Umgang mit den Themen Angst und Tod zu finden.
Webseite der Jugendsektion