Ross Alden

Ross Alden

18 Februar 2020 Sebastian Jüngel 16 mal gesehen

Das Canadian Music Centre nahm anlässlich eines Gedenkkonzerts in Vancouver zum 100. Geburtstag von Ross Alden (1920 bis 2008) diesen in sein Register auf.


Der vor 100 Jahren geborene, in Kanada, Großbritannien, den USA, der Schweiz und Deutschland tätige Lehrer, Akademiker, Komponist, Pianist und Eurythmiebegleiter bei Else Klink führte ein bewegendes Leben. Murray Carmack, wie er ursprünglich hieß, lernte als Kind das Notenlesen aus dem Gesangsbuch seiner Mutter, wenn er sie in die Kirche begleitete. Wenig später kam ein Klavier ins Haus, weil jemand seinem Vater etwas schuldig war; er liebte aber auch Bücher, die ihm Zuflucht vor den Strapazen des bäuerlichen Lebens boten, zumal er unter häuslicher Gewalt litt.

Nach der Ausbildung unterrichtete er und schrieb Chorlieder für Kinder. Das Buch ‹Sing Me a Song› wurde sowohl in Kanada als auch in Großbritannien von der Bildungsbehörde in den Lehrplan aufgenommen. Er lehrte Musiktheorie an der Brown University (Rhode Island, US) und baute das Universitäts-Transferprogramm im Fachbereich Musik des Douglas College (CA) auf. Zudem war er als Komponist tätig.

Aus gesellschaftlicher Konvention und Schutz vor Verfolgung ging er trotz seiner Homosexualität eine Ehe mit der Opernsängerin Edith Paull ein, die ihn musikalisch förderte. Im Rahmen eines Lehreraustauschs traf er auf Mary Dudman in London (GB). Sie hatte sich schon aktiv für die Entkriminalisierung der Homosexualität eingesetzt. Im Vertrauen zu ihr bildete sich nicht nur eine zweite Ehe, sondern eine Familie mit zwei Töchtern.

Murray Carmack verband sich mit dem Werk Rudolf Steiners und war als Pianist und Komponist am Goetheanum und am Eurythmeum Stuttgart (DE) tätig. Im Alter von 69 Jahren nahm er den kabbalistischen Namen Ross Alden an.


Quelle: Lebensabriss von Elizabeth Carmack