Treffen mit Siebenerkreis
Von 18. bis 20. Januar besprachen der Vorstand am Goetheanum und der Siebenerkreis der Christengemeinschaft Fragen der Zusammenarbeit.
Seit Jahrzehnten treffen sich der Vorstand am Goetheanum und das Führungsgremium der Christengemeinschaft, der Siebenerkreis. Im Laufe der Jahre hat sich die menschliche Grundlage gebildet, um Themen, die beide Gruppierungen betreffen, gemeinsam zu besprechen und zu beraten.
Beide Gruppierungen befassen sich mit der spirituellen Seite und Gestaltung des Lebens. Und so ging es diesmal um die Frage nach der seelischen Not der Jugend. Johannes Kronenberg von der Jugendsektion am Goetheanum nannte als Beispiele die Sehnsucht nach einer lebenswirksamen Spiritualität und die wachsende Tendenz zum ‹Burnout›, verursacht durch allgemeine Überforderung.
Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen
Ein Schwerpunkt war die Beziehung beider Bewegungen, sind doch viele Priester/innen auch Mitglied der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft. Dennoch ist die Christengemeinschaft eine religiöse Bewegung, die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft ist eine überkonfessionelle, nichtreligiöse Gesellschaft.
Die kultischen Handlungen des freien Religionsunterrichts wurden von Rudolf Steiner vor Gründung der Christengemeinschaft gegeben und liegen in Händen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft; Arbeitsgrundlage der Christengemeinschaft sind die Sakramente. Inwieweit gibt es da Gemeinsamkeiten oder Abgrenzungsnotwendigkeiten, sind doch die Waldorfschulen ebenfalls keine religiösen Einrichtungen? Ein weiterer – schon länger bestehender – Arbeitszusammenhang ist der Verantwortungskreis mit Ärzt/inn/en und Priester/inne/n zur anthroposophischen Pastoralmedizin.
Anlässlich von ‹100 Jahre Gründung der Christengemeinschaft am Goetheanum› wird es im Herbst 2022 eine internationale Generalsynode am Goetheanum geben. Die Anfrage, wieder – wie vor dann 100 Jahren – die Preisterweihe am Goetheanum durchzuführen, wurde im Einvernehmen beider Führungsgruppen als ungeeignet beantwortet.
Quelle: Vorstand am Goetheanum
Präzisierung (27.3.2020)
Ein Leser wies mich darauf hin, dass die Opferfeier erst nach Gründung der Christengemeinschaft gegeben wurde.
Erstmals wurde die Sonntagshandlung für die Kinder am 1. Februar 1920, die Weihnachtshandlung am 25. Dezember 1920 und die Jugendfeier am 20. März 1921 gehalten; die erste Opferfeier wurde nach Gründung der Christengemeinschaft am 16. September 1922 gegeben und am 25. März 1923 erstmals gehalten. Vielen Dank für den Hinweis für eine Präzisierung. | Sebastian Jüngel