Waldorf-Geschichte
In drei Bänden zeichnet Nana Göbel in ‹Die Waldorfschule und ihre Menschen weltweit› die Geschichte der Waldorfbewegung detailliert nach.
Menschen verbunden, tausende Lehrerinnen und Lehrer, Schulgründer, Inspiratoren. So wird eine karmische Gemeinschaft sichtbar, die sich vorgenommen hat, eine menschengerechte Erziehung auf Erden zu bringen – und das durch drei Generationen.
Die Menschenschicksale und das Schicksal der Erziehungskunst weben ineinander: Wer wusste, dass Portugal fast die Waldorfmethode in allen Primarschulen 1980 eingeführt hätte, wären nicht tragische Unfälle in der Regierung zwei Tage nach dem Entschluss geschehen? Wer hat gewusst, wie erstaunlich modern im Sinne der sozialen Dreigliederung schon 1918 das am 11. September in Armenien verabschiedete Gesetz zur Schulverwaltung war? Wer wusste aber auch, wie heftig und oft die anthroposophische Bewegung und die Schulbewegung angegriffen wurden? Beispiel Frankreich: 1999 gab es einen massiven Angriff durch Geheimdienste und Ministerien, um den Sektenvorwurf von 1982 zu erhärten – vieles davon ist heute noch in anderen europäischen Staaten virulent.
Je weiter es in der Zeit zurückgeht, umso unbürgerlicher und willensbetonter war das Auftreten der Kolleginnen und Kollegen – um soziale und wirtschaftliche Wirrnisse schienen sie sich wenig zu bekümmern.
Außerdem gibt es Querverweise. So erfährt man etwas über Ernst Weißert im Zusammenhang mit der Gründung der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners (1976), ist ihm aber schon 1921 begegnet bei der Schilderung einer autonomen selbstverwalteten Lehrerbildung, dem Jena-Zwätzener pädagogischen Arbeitskreis.
Es grenzt an Unwahrscheinlichkeit, wie ein einzelner Mensch solche Unmengen an Daten, Namen, Fakten, Zusammenhängen und Geschehnissen hat recherchieren und festhalten können. Und das weltweit!
Buch Nana Göbel: Die Waldorfschule und ihre Menschen weltweit. Geschichte und Geschichten. 1919–2019, Verlag Freies Geistesleben 2019.
Quelle Rundbrief der Pädagogischen Sektion am Goetheanum Nr. 66 (bearbeitete Auszüge).