«Wer hier streicht, verschiebt Kosten in teurere Behandlungen»

«Wer hier streicht, verschiebt Kosten in teurere Behandlungen»

08 Juni 2026 Sebastian Jüngel 61 mal gesehen

Die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin Karin Michael, die auch Co-Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum ist, setzt sich mit ihrer Initiative ‹Mittwochs-Märsche der Weißkittel – es ist fünf nach zwölf!› für den Erhalt von Anthroposophischer Medizin und Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ein. Seit Anfang Mai protestiert sie im öffentlichen Raum – bis zur ersten Lesung der Gesundheitsreform im Bundestag. 


«Wer hier streicht, spart nicht, sondern verschiebt Kosten in teurere und nebenwirkungsreichere Behandlungen. Das betrifft vor allem Kinder und Jugendliche sowie Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten beziehungsweise mit komplexen oder schwer behandelbaren Krankheitsverläufen.» Aus diesem Grund steht Karin Michael für den Erhalt von Anthroposophischer Medizin und Homöopathie im Leistungskatalog der Krankenkassen in Deutschland ein.

Und zwar wörtlich: Seit 5. Mai protestiert sie wöchentlich in einer deutschen Stadt und macht sich mit ihrem Ärztinnenkittel und ihrem gesundheitspolitischen Anliegen sichtbar. Nachdem beim ersten kurzfristig angesetzten Termin etwa ein Dutzend Menschen in Freiburg im Breisgau zusammenkam, nahmen am Kölner Dom bis zu 100 Menschen teil. In Freiburg im Breisgau, Karlsruhe, Köln und Kassel hörte Karin Michael von den Sorgen von Patientinnen und Patienten sowie von Kolleginnen und Kollegen – auch aus Therapie und Pflege. Zusätzlich sammelte die Fachärztin Unterschriften zum Erhalt bisher gesetzlich verbürgter Krankenkassenleistungen.

Mit ihrer Aktion unterstützt sie die Petition des Aktionsbündnisses ‹weil’s hilft! Naturmedizin & Schulmedizin gemeinsam›. Die Aktion spricht sich für Wahlfreiheit in der Therapieentscheidung aus. Die beiden letzten Mittwochs-Märsche finden zusammen mit ‹weil’s hilft!› am 10. Juni 2026 um 12 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin sowie am 11. Juni um 10 Uhr am Paul-Löbe-Haus (zur ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag) statt.

Dass Anthroposophische Medizin und Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen in Deutschland mit der Begründung von fehlendem wissenschaftlichen Wirknachweis gestrichen werden soll, ist für die auch in Deutschland tätige Ärztin nicht nachvollziehbar: «Während der Staat Milliardenprobleme hat, wird eine Debatte angestoßen, die lediglich 0,05 Prozent der Gesundheitsausgaben betrifft und deren Alternativen nachweislich teurer sind. So bringt die Regierung in Deutschland die integrative Medizin und eine gute Patientenversorgung in Gefahr.»


Web Unterschriftensammlung

Web Wirksamkeit Anthroposophischer Medizin

Bild ‹Mittwochs-Märsche der Weißkittel› am 27. Mai 2026 in Köln (Foto: Karin Michael)