Werte in der Bilanz
Christian Hiss stellte beim World Goetheanum Forum 2020 sein Konzept zur Bewertung von Leistungen für nachhaltiges Wirtschaften in der Buchhaltung vor.
Soziale und ökologische Leistungen werden in der klassischen Finanzbuchhaltung nur als Aufwand erfasst. Dadurch sind nachhaltig wirtschaftende Betriebe in der Bewertung schlechter als ein konventionell wirtschaftender Betrieb gestellt. Das kann zu realen Benachteiligungen führen, etwa wenn ein Kredit auf Grundlage der berücksichtigten Kosten – ohne Anrechnung des ökologischen ‹Gewinns› – verwehrt wird.
Dass entsprechende ‹Risiken› ihrer Engagements nicht in ihren Bilanzen abgebildet werden, haben inzwischen auch Kapitalverwalter wie Versicherungen und Pensionskassen erkannt. «Das hat dazu geführt, dass Banken sowie die eu an neuen Richtlinien zur Bilanzierung arbeiten», sagt Andrea Valdinoci, Geschäftsführer der World Goetheanum Assocation.
Christian Hiss hat eine Finanzbuchhaltung, die dem nachhaltigen Engagement von Unternehmen gerecht wird, entworfen. Neue Buchungssätze für Landwirte bilden die Werte, die in ihrem Betrieb entstehen, in der Bilanz ab. So wird etwa der Aufbau von Bodenfruchtbarkeit positiv dargestellt – trotz betrieblichen Mehraufwands.
Mit der Aktiengesellschaft Regionalwert hat Christian Hiss zudem ein Instrument geschaffen, um Betriebe der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft konkret zu unterstützen. Dies geschieht über Aktien, durch die in ökologischer Qualität produzierte, verarbeitete und gehandelte Lebensmittel mitfinanziert werden.
Für sein Konzept erhielten Christian Hiss und die Regionalwert AG den ‹‘Zeit’-Wissen›-Preis ‹Mut zur Nachhaltigkeit› 2020.