Wirklichkeitsgemäße Lösungsversuche

Wirklichkeitsgemäße Lösungsversuche

27 Mai 2020 Justus Wittich 9 mal gesehen

Liebe MitgliederIch danke sehr für die zahlreichen Berichte, die uns aufgrund unserer Einladung in ‹Anthroposophie weltweit› Nr. 5/2020 aus allen Himmelsrichtungen erreichten!


Gefragt hatten wir nach der geistigen Lage an Ihrem Ort und wie Sie auf die gegenwärtigen Herausforderung reagieren. Aus Kroatien erreichte uns von den Freunden in Zagreb die Nachricht des dortigen Erdbebens, das die Räume der anthroposophischen Arbeit erheblich beschädigte.

Jetzt setzen schrittweise Lockerungen ein – die ersten Grenzen werden Mitte Juni geöffnet, und das Leben kehrt allmählich zu einer gewissen Normalität zurück. Am Goetheanum hoffen wir intensiv, von 10. bis 12. Juli 2020 die Premiere des Menschheitsdramas ‹Faust 1 & 2› von Johann Wolfgang Goethe in neuer Inszenierung vor einem möglichst großen Publikum auf der Bühne zu spielen. Wie viele Plätze wir im Großen Saal belegen dürfen, erfahren wir leider erst Ende Mai (‹Wir spielen›).

Was aber lernen wir aus dem geradezu unglaublichen Geschehen dieses weltweit erzwungenen Herunterfahrens unseres gewohnten Lebens und seiner Geschäftigkeit? Da ist die Tatsache: Ein krankmachendes Virus überträgt sich vom Tier auf den Menschen und erzeugt eine weltweite Krankheitswelle. Experten der wissenschaftlichen Fachrichtungen machen ungesicherte Voraussagen und Vorgaben. Es wird medial massiv Angst erzeugt. Die Politik muss handeln und ergreift national drastische, jeden Einzelnen treffende Maßnahmen zur Eindämmung. Als wache Beobachter/innen sind wir aufgefordert, die Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, die seelischen Folgen wahrzunehmen und die geistige Signatur und Dimension dieses Geschehens zu verstehen. In der Folge geht es – wie vor 100 Jahren nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs – um «die vom Leben geforderten wirklichkeitsgemäßen Lösungsversuche» (Rudolf Steiner) oder Initiativen.

Anthroposophie hat in diesen 100 Jahren auf vielen Gebieten Menschen zu Lösungsansätzen inspiriert, etwa in Ernährung und Landwirtschaft, Erziehungsfragen oder Medizin. Können wir aus diesen Erfahrungen heraus einen Beitrag zu den jetzt geforderten «wirklichkeitsgemäßen Lösungen» leisten?

Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft hat sich entschlossen, aus den vielfältigen Blickrichtungen einzelner Fachsektionen Beiträge zum Verstehen und Anregungen zum Handeln zusammenzustellen und noch im Juni zu veröffentlichen. Einiges dazu findet sich auch schon in diesem Heft.