Beziehung zur Lebenswelt
Gesunde Lebensmittel unterstützen Gesundheit – für Oecotrophologin Jasmin Peschke vom Fachbereich Ernährung ist Qualität eine Haltungsfrage.
Verschiedene Lebenswelten sind komplex miteinander vernetzt. Schwinden Lebensräume von Tieren oder wird ihre Nahrungsgrundlage durch Verlust der Artenvielfalt verkleinert, kommen sie dem Menschen in seinen Siedlungen näher – und bisher nur Tiere befallende Krankheitserreger können als Zoonosen auf Menschen überspringen. Wachsen Pflanzen in Nährstofflösungen und einer künstlichen Atmosphäre, haben sie weniger Möglichkeiten, Widerstandskraft auszubilden, als wenn sie mit äußeren Einflüssen wie Wind, Wetter, Schädlingen und Krankheiten zurechtkommen müssen. «Das, was Tiere und Pflanzen auf ihrem Lebensweg an Vitalität und Resilienz erwerben, kommt auch dem Menschen zugute», weiß Jasmin Peschke. Ihr ist es ein Anliegen, Lebensmittelqualität über die Inhaltsstoffe hinaus als Ausdruck der Beziehung zur Lebenswelt zu verstehen.
Jasmin Peschke spricht sich für eine partnerschaftliche Haltung im Ernährungssystem aus. «Der Apfel ist mehr ein Lebensmittel mit eigener ‹Biografie› sowie Aufbau- und Reifekräften als eine andere Form einer Vitamintablette.» Dabei spielen alle Stationen von Züchtung und Anbau über Produktion und Verarbeitung bis zur Präsentation auf dem Teller hinein. Entsprechend vielseitig sind die Aspekte aus der Perspektive von beispielsweise Pflanzenzüchtung, Forschung, Landwirtschaft, Käserei, Medizin, Ernährungswissenschaft und Profiküchen, die Jasmin Peschke in ihrem Buch ‹Vom Acker auf den Teller› berücksichtigt hat.
Buch Jasmin Peschke: Vom Acker auf den Teller. Was Lebensmittel wirklich gesund macht 2021