Claus-Michael Brandt

Claus-Michael Brandt

25 März 2020 Erdmute Förster 13 mal gesehen

Claus-Michael Brandt kam in Leipzig (DE) zur Welt und erlebte als Kind den Zweiten Weltkrieg.


Später besuchte er die Oberstufe der Waldorfschule in Hannover (DE), ein Schicksalsweg, der ihn über den einjährigen Aufenthalt an der Waldorfschule Michael Hall (GB) und die Begegnung mit ‹heilpädagogischen› Kindern in Clent (GB) zur ersten Berührung mit der Anthroposophie führte.

Interkontinentaler Brückenbau

In Tübingen (DE) studierte er Chemie, wechselte zum Zahnmedizinstudium nach München (DE). Er schrieb seine Doktorarbeit über Henri Bergson und erhielt dafür ein Stipendium an der Sorbonne in Paris (FR).

Für den sozial engagierten, vielseitig interessierten und hochbegabten Claus-Michael Brandt folgten Aufgaben, die seinem Leben eine weitere Wende gaben: Mit Friedrich Vogel beteiligte er sich an einem einjährigen Projekt für Studierende in Afrika, einem Vermächtnis von Friedrich Benesch, Priester der Christengemeinschaft. Diese Initiative sollte dem interkontinentalen Brückenbau dienen, dem Lebensmotto von Claus-Michael Brandt.

Er erwarb im anthroposophischen Ärztekreis allgemeinmedizinisches Wissen, das in der zahnärztlichen Praxis wie in anderen Krankheitsfällen Anwendung fand. Zu den Kenntnissen auf nahezu allen Gebieten der Wissenschaft kamen künstlerische Neigungen und Fähigkeiten: Gesang, Kammermusik, Theater spielen, Dichtung und ein abgeschlossenes Eurythmiestudium bei Friedhelm Gillert, München (DE). Das ‹künstlerische Gespräch› am Zahnarztstuhl ließ Angst und Schmerz erst gar nicht aufkommen!

Er baute die Zahnarztpraxis in Sekem (EG) mit dessen Gründer Ibrahim Abouleish auf, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. Claus-Michael Brandt versorgte mit einem Köfferchen als selbst erstellter Mini-Zahnarzteinrichtung eine christliche Missionsschule in Namibia, nahm Teil an der handwerklichen Einrichtung für Jugendliche bei Helmut Blakes und unterwies Zahnärzte in Minsk (BY). Die eigene Familie, zwei Kinder und Enkelkinder, war ebenfalls eine große Bereicherung.

Im Verein für den vierjährigen Eurythmieausbildungskurs in Ljubljana (SI) war er aktiv; von 2007 bis 2019 widmete er sich in Kanada, den USA, Sibirien, Südchina, Malaysia und Palästina dem Aufbau von Waldorfschulen und der Verankerung des Unterrichtsfaches Eurythmie. Er begleitete an der Seite der Eurythmistin Erdmute Förster Unterricht und Projekte, etwa den ‹Fliegenden Holländer› von Richard Wagner auf der Querflöte mit Orchester an der Waldorfschule Kuala Lumpur. Sein besonderes Anliegen war es, therapiebedürftige Kinder durch Übungen im ‹Dynamischen Zeichnen› von Hermann Kirchner zu unterstützen.

Vertrauen in jeden Menschen

Der Kosmopolit, Menschenfreund und Brückenbauer fühlte sich in jedem Land zu Hause, denn die Welt war über alle Kulturen und Religionen hinweg seine ‹große Familie›. Sein tiefes Vertrauen zu jedem Menschen, seine Hilfsbereitschaft und Treue begründeten Freundschaften weltweit.