Der Mensch

Der Mensch

24 November 2020 Christiane Haid & Ariane Eichenberg 19 mal gesehen

Als vorausschauend und zukünftig erweisen sich die Themen Ost-West und die Beschäftigung mit dem, was den Menschen zwischen Kosmos und Technik ausmacht.


Zuerst mit Staunen, dann mit Schrecken hat die Welt wegen Corona nach Asien geblickt und hat versucht abzuwehren, was sich dort zeigte. Dieser negativen Verknüpfung von Ost und West hat die Sektion Rechnung getragen, indem im Rückblick fast schicksalhaft ihre Veranstaltungsreihe im Februar mit einer Tagung zur Bedeutung von Ost-Asien für die gegenwärtige Kultur begann – ein geistiges Wahrnehmen von Gegensätzen, deren Zusammendenken eine Art Brückenbau über Misstrauen, Angst und Tod hinweg sein kann. Unser Jahr endete mit einer Hinwendung zu Rudolf Steiners Zyklen über das Markus-Evangelium. Er übersetzte einen Satz aus dem Markus-Evangelium so: «Das Ich so gefasst, dass wir es erkennen in seiner Geistigkeit als Du, das ist der Christus!» Solch ein Erkennen ist weltweit notwendig.

Dazwischen lagen die Tagung zu Rainer Maria Rilke, dem die Sprache als Mittel diene, die Welt menschlicher zu machen, und zu Johann Wolfgang Goethes ‹Faust 1 & 2›, auf der ebenso der Frage nach dem Menschsein nachgegangen wurde. Bei der zweiten Intensivwoche zur ‹Geheimwissenschaft im Umriss› wurde darauf geschaut, was es heißt, wenn die Weltentwicklung in der Zukunft vom Menschen selbst abhängt.

Als Ertrag aus den letzten beiden Jahren gaben wir das Buch ‹Das Ende des Menschen?› zu beiden Transhumanismus-Tagungen heraus – mit folgender Essenz: Das Technische muss gedanklich durchdrungen, seelisch berührt und willentlich gestaltet werden. Nur dann ist die Existenz des freien Menschen möglich. Diese Arbeit geht weiter mit einem Arbeitskreis zu ‹Technik und Transhumanismus›, sektionsübergreifend.


Web: Sektion für Schöne Wissenschaften