Klaus Dumke

Klaus Dumke

27 Mai 2020 Hans Christoph Kümmell 14 mal gesehen

Klaus Dumke (27. Januar 1925 -12. April 2020) war rund 20 Jahre lang Mitglied des Arbeitskollegiums (Vorstand) der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland und seit 1964 gab er in Järna über 20 Jahre lang jährlich medizinische Seminare für Pflegende und angehende Ärzte.


Klaus Dumke wurde am 27. Januar 1925 in Korbach (DE) geboren, war der jüngste von einer Schwester und zwei Brüdern; sein Vater war Arzt und Geburtshelfer, die Mutter sorgte für die Familie. Klaus Dumke wuchs in Naturverbundenheit auf. Als er 14 Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Schildau (DE). Noch vor dem Abitur wurde er 1943 zum Kriegsdienst eingezogen. Als Funker kam er nach Südfrankreich und Italien. Das für ihn dramatischste Ereignis war die Explosion einer Granate in seiner unmittelbaren Nähe im Anblick der Burg Roccasecca beim Geburtsort von Thomas von Aquino, was ihn bis in seine letzten Jahre beschäftigt hat.

Ärztliches Tätigkeitsfeld

Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft holte er das Abitur nach und studierte Medizin in Würzburg (DE). Dort lernte er seine erste Frau kennen. Später heirateten sie in Frankfurt am Main (DE) und gründeten eine kleine Familie.

1952 kam Klaus Dumke nach Dortmund (DE), wo er sich dem Ärztekreis um Hermann Keiner anschloss, und absolvierte seine Approbationszeit an den Städtischen Krankenanstalten, sodass er sich bei den medizinischen Einrichtungen der Stadt gut auskannte. 1958 übernahm Klaus Dumke die Praxis von Hermann Keiner. Nun begann für ihn die intensivste medizinische Zeit, in der er auch viele medizinische Artikel über Arzneipflanzen, anthroposophische Therapien und zum Beispiel über das infektiöse Krankheitsgeschehen im Allgemeinen und im Besonderen – etwa über Aids – verfasste. Auch setzte er sich mit okkulter Epidemiologie und moralischer Virulenz auseinander.

Schon 1942 hatte Klaus Dumke die Anthroposophie kennengelernt, ein damals nicht ungefährliches Unterfangen. In Würzburg (DE) knüpfte er schnell Kontakte zu anthroposophisch tätigen Menschen.

Gremienverantwortung

Klaus Dumke war nicht nur lokal, sondern auch in den größeren Zusammenhängen der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland tätig, darunter rund 20 Jahre lang als Mitglied des Arbeitskollegiums (Vorstand). Seit 1964 gab er in Järna (SE) über 20 Jahre lang jährlich medizinische Seminare für Pflegende und angehende Ärzte. Und Mitte der 1970er-Jahre war er an der Gründung des Pädagogisch-Sozialen Zentrums Dortmund (Hermann-Keiner-Haus) beteiligt und hat in dessen Gremien vielfältig mitgewirkt.

Seine weite seelische Veranlagung war eine große Gabe und die Verführung, den vielen Interessen spontan nachzugehen. Seine größte Stärke war die unmittelbare seelische Kommunikation mit seinen Mitmenschen. Seine Vorträge waren durchsetzt mit bildreichen Gedanken. Sein Humor half ihm oft über seine schweren Krankheitszustände hinweg, die ihn in seiner zweiten Lebenshälfte befielen. Bei guter innerer Gesundheit war er von einem progredienten arthrotischen Prozess seines Skelettsystems befallen, vor allem der unteren Extremitäten und der Wirbelsäule.

Bei seinen vielen Tätigkeiten wurde er von seiner zweiten Frau Marianne unterstützt, die in der Praxis mitarbeitete.