Klimatagung

Klimatagung

24 Februar 2021 Sebastian Jüngel 15 mal gesehen

Die digitale Tagung ‹Atmen mit der Klimakrise› der Sektion für Landwirtschaft und der Jugendsektion verband über 1200 Menschen aus 63 Ländern.


Die Tagung ‹Atmen mit der Klimakrise› war die erste komplexe Großveranstaltung, die das Goetheanum digital ausrichtete. Gleichzeitig fanden rund zehn regionale Präsenztagungen statt, zum Beispiel in Indien, China, Argentinien, Norwegen und Israel.

Ein Fazit aus dem Gespräch mit Lin Bautze und Verena Wahl (Sektion für Landwirtschaft) sowie Johannes Kronenberg (Jugendsektion): Bei dieser Tagung wurde eine breite, sektionsübergreifende Zusammenarbeit Wirklichkeit und dadurch der Blick auf die Klimakrise so umfassend wie selten. Naturwissenschaftler/innen, Lehrer/innen, Ärztinnen und Ärzte sowie Kunstschaffende verbanden sich mit jungen Menschen und Biodynamiker/inne/n. «Dadurch wurde erleb- und spürbar, dass die existenzielle Frage der durch den Menschen verursachten Klimakrise nur gemeinsam gelöst werden kann», so Johannes Kronenberg.

Gemeinsam: Jugend und Landwirtschaft

Insbesondere kamen mit dieser Tagung junge Menschen und biodynamische Landwirtschaft schon in der Vorbereitung zusammen. Dem Eindruck von Verena Wahl nach war der Dialog zwischen ihnen fruchtbar: «Bäuerinnen und Bauern erfahren jeden Tag, wie dramatisch die Klimakrise schon ist, kennen aber auch praktische Lösungswege. Die jungen Menschen bringen ihren zukunftsgewandten Blick und den Willen zur Veränderung ein.»

Zum Thema ‹Kompost› gab es den meisten Austausch. Ernte- und Lebensmittelreste zu kompostieren ist ein einfacher, sehr konkreter Weg, um jeden Tag etwas gegen die Klimakrise zu tun. An dieser Arbeitsgruppe einer Biodynamikerin aus Auckland (NZ) nahmen Menschen von allen Kontinenten teil, darunter Menschen aus den USA, aus Brasilien, Chile, Finnland, Litauen, Ägypten, Kenia, Indien, Neuseeland und von den Philippinen.

Der dynamische Charakter der digitalen Infrastruktur erlaubte das Einrichten spontaner Gesprächsräume. Das wurde von den Teilnehmenden geschätzt. Sie gaben den Veranstaltungen die Rückmeldung, dass für sie die entstandene Energie und der Grad der Zusammenarbeit ein Novum war.

Auch wurde die Bedeutung der Kuh für eine nachhaltige Klimawirtschaft diskutiert. Das ist gerade angesichts der verbreiteten veganen Ernährungsweise bei jungen Menschen ein wichtiger und wunder Punkt. Es zeigte sich, dass eine graslandbasierte Tierhaltung in Kombination mit einer Reduktion von Geflügel- und Schweinehaltung viel Ackerfläche für die menschliche Ernährung zur Verfügung stellt. So kann die Rolle der Wiederkäuer für den Hoforganismus erhalten bleiben und die wachsende Weltbevölkerung versorgt werden.

Die Erde als lebendiges Wesen

Die Tagung schuf für solche Annäherungen Räume, welche über den Produktionsort Goetheanum hinaus wirken. So schrieb eine Teilnehmerin aus China: «Obwohl die Tagung vorbei ist […], wandern und ‹fliegen› die starke Aura, die Energie, die Liebe, die Leidenschaft, das Mitgefühl und die Weisheit aller Teilnehmenden, Kunstschaffenden, Redner/innen und Organisator/innen noch immer durch die Welt. Sie geben uns den Mut zu Erforschung, Praxis, Selbstreflexion und Schöpfung. Der ätherische Leib der Konferenz wird weiter wachsen und durch uns mehr Menschen beeinflussen.»

«Wenn wir die Erde als lebendiges Wesen begreifen und den Blick ‹vom Boden zum Himmel› weiten, werden Landwirt/inn/e/n zu Klimawirt/inn/en – und jeder Mensch entdeckt die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden», fasst Lin Bautze die vielleicht umfassendste Aufgabe in Worte, die die Tagung allen mit auf den Weg gab.


Web: Sektion für Landwirtschaft; Jugendsektion