Kunsttherapie Goetheanum
Die Kunsttherapietagung zu Angststörungen und somatoformen Auswirkungen der Angst von 9. bis 12. Januar am Goetheanum war ausverkauft.
Das Thema Angst lockte mehr als 300 Kunsttherapeut/inn/en aus über 30 Ländern zu einem facettenreichen Programm mit schier unerschöpflicher Bandbreite kreativer Methoden und Vielfalt an Materialien. Die Frage war: Wie können sich Kolleg/inn/en aus aller Welt austauschen und Methoden und Begleitung anleiten, die höchst individuell ausgerichtet sind und dabei die Selbstheilungskräfte in den Patient/inn/en anregen? Die Teilnehmenden überschritten vertrauensvoll die Schwellen der eigenen Angst und gingen gemeinsam auf künstlerische Reisen. Sie lachten, stickten, malten, spielten, bauten, beteten, schöpften, filzten, schnitten, stampften, schwangen, rochen, sangen, summten, suchten, träumten, hörten, schrieben, aßen, tranken, lebten – gemeinsam!
Ängste sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Die weltweite virtuelle Berichterstattung tut ihr Übriges – und so sind wir überladen von realen und virtuellen Ängsten. Die Informationen, die ‹Verdauung› dieser Eindrücke kommen jedoch meistens zu kurz. Dann werden unsere vitalen Kräfte auf dieser Ebene geschwächt, und das, was unser Bildekräfteleib nicht mehr verarbeiten kann, staut sich im Körper und Seelenleben. Verhärtet es? Vielleicht. Wer kennt schon die richtige Antwort?
Neues Verhältnis zum Leib
Die anthroposophische Menschenkunde inspiriert und ermöglicht Abhilfe. So können wir durch therapeutisches Plastizieren gezielt am Bildekräfteleib arbeiten. Das Erleben von Tonerde lässt Menschen ein Verhältnis zu ihrem Körper spüren. Und da sich Angst vor allem im Ätherischen zeigt – als intensivste Form leiblicher Enge –, ist hier ein Aufbau von Lebenskräften und Resilienz sowie eine Verwandlung von Angst möglich. Auch hilft Spiritualität als heilende Kraft, ist Christus-Kraft eine Inspiration für die Zukunft.
Dass künstlerisch aus der eigenen Mitte heraus zu schöpfen der eigenen Gesundheit zuträglich ist, hat jüngst eine Studie des Europa-Büros der WHO gezeigt.
Nächste Kunst-Angst-Tagung 7. bis 10. Januar 2021, Goetheanum