Mehr als ‹nacktes› Leben

Mehr als ‹nacktes› Leben

27 Mai 2020 Christiane Haid & Ariane Eichenberg 13 mal gesehen

Die Sektion für Schöne Wissenschaften arbeitet angesichts des Lockdowns an neuen Arbeitsformen sowie an Publikationen, Tagungen und Forschungsvorhaben.


Kurz vor dem «Lockdown» konnten im Februar noch die Ostasien-Tagung (‹Anthroposophie weltweit› Nr. 4/2020) und die Tagung zu Rainer Maria Rilke, bei der das Thema ‹Tod› im Zentrum stand, stattfinden. Das erzwungene Innehalten führt in der Sektion dazu, nach demjenigen zu fragen, was neu entstehen will – auch was die Arbeitsformen anbelangt. So sind wir dabei, ein internationales Sektionskollegium zu versammeln und Publikationen zum Transhumanismus, zur Grundsteinmeditation und zum Forschungsprojekt ‹Humanisierung des Menschen durch Literatur› fertigzustellen.

Leider mussten wir die Pfingsttagung zu den Goetheanum-Glasfenstern auf 2021 verschieben. Wir freuen uns auf die Tagung zur ‹Geheimwissenschaft› von 6. bis 11. Juli. Gegenwärtig planen wir die Tagungen und Forschungstreffen für nächstes Jahr.

Aus der Goetheanum-Leitung haben sich intersektionale Forschungsvorhaben entwickelt, für die wir Gruppen – auch in Kooperation mit anderen Einrichtungen – zusammenstellen, etwa zu Themen wie der Bedeutung und physiologischen Wirksamkeit der Sprache, Technik und Transhumanismus als Herausforderung für den Menschen, Schönheit und Kunst als Erfahrungsfeld für die Begegnung mit dem Lebendigen.

Die gegenwärtige Krise zeigt uns existenziell, dass zum Menschsein mehr als das ‹nackte› Leben gehört. Daher ist es entscheidend, wie sich Anthroposophie, Literatur, Philosophie, Geschichte und Kunst als individualisierende Disziplinen aus dem Bewusstsein der Ganzheit des Menschen in Kultur und Zivilisation stärker und entschiedener einbringen werden.


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