Schöpferwesen Mensch
Von den Grundwerken der Anthroposophie bis hin zur Beschäftigung mit Zeitphänomenen wie dem Transhumanismus reichen die Forschungsfelder der Sektion.
Aus dem Grundsatz, dass Kunst eine menschenbildende Bedeutung hat, leitet Christiane Haid die Sektion für Schöne Wissenschaften am Goetheanum. Denn die durch Kunst erschlossenen Kräfte erhalten den Menschen in seinem Sein. Sie ermöglichen ihm, die Brücke zwischen dem Kosmischen und dem Irdischen zu schlagen und ‹Bürger beider Welten› zu sein.
Erschließen von ‹Gesundheitsquellen›
Die Arbeit am eigenen Menschsein findet in Veranstaltungen zu Grundwerken Rudolf Steiners wie ‹Anthroposophie. Ein Fragment› (GA 45) und ‹Die Geheimwissenschaft im Umriss› (GA 13) ein bestätigendes Echo. Teilnehmende bezeichnen die Auseinandersetzung mit den Inhalten als ‹wohltuend› und als ‹Gesundheitsquelle›, auch und gerade gegenüber den Zeitläufen. Die jährlichen Tagungen zu den Evangelienzyklen Rudolf Steiners fanden dieses Jahr im Buch ‹Apokalypse im Ich. Anthroposophische Perspektiven auf die Apokalypse des Johannes›, herausgegeben von Christiane Haid und Jaap Sijmons, einen Niederschlag. Sie sind Gelegenheiten, die Entwicklung der Christologie im Werk Rudolf Steiners immer besser ausloten zu können.
Die Forschung zur Humanisierung durch Literatur führte den Blick von Ariane Eichenberg und Christiane Haid auf Klassiker wie ‹Parzival› von Wolfram von Eschenbach, ‹Faust› von Johann Wolfgang Goethe und ‹Bunte Steine› von Adalbert Stifter sowie auf Gegenwartsliteratur wie die von Peter Handke, Patrick Roth und Marica Bodrožić.
Der Mensch steht im Spannungsfeld von Kreativität und Intelligenz. Die digitale Technik fasziniert und kombiniert Muster aus Bestehendem. Der eigentlich schöpferische Akt bleibt aber allein dem Menschen vorbehalten, gerade in der Begegnung mit anderen Menschen. Eine eigene Urteilskraft zu entwickeln forderte die zweite Transhumanismus-Tagung, die zugleich eine Brücke zwischen Kunst, akademischer Wissenschaft und Anthroposophie schlug. Ein neuer Forschungszusammenhang hat sich ergeben, in dem Rudolf Steiners Aussagen zur Technik und die Fragen, die sich aus dem Transhumanismus ergeben, bearbeitet werden sollen.