Soziale Jugendimpulse

Soziale Jugendimpulse

31 Oktober 2019 Sandro Benedikt Belkania 25 mal gesehen

Junge Menschen interessieren sich nicht nur für gesellschaftliche Prozesse, sie sind auch politisch aktiv. Statt Entscheidungen nur zur Kenntnis zu nehmen und im Ausland ihr Glück zu probieren, setzen sich junge Georgier für bessere Lebensbedingungen im eigenen Land ein.


Da Georgien zu den Entwicklungsländern gehört und die politische und wirtschaftliche Lage weder stabil noch nachhaltig ist, ist es entscheidend, dass die Menschen hier wach bleiben. Deshalb ist es für uns wesentlich, dass ab und zu die Jugend die Gesellschaft wachrüttelt – und das tun viele junge Menschen. Jugendliche gehen protestieren, haben alternative Meinungen, denken viel über die Entwicklung des Landes nach und diskutieren sie: Die Jugend ist bei den politischen Prozessen sehr engagiert.

Neulich hat es eine Konfrontation zwischen jungen Aktivisten (hauptsächlich Studierenden) und der Polizei gegeben. Auslöser war ein unbedachtes Verhalten der Regierung, das die Würde der Bürger/innen verletzte. Daraufhin gingen Tausende junge Menschen auf die Straße, was uns zeigt, wie die Jugend nach sinnvoller Entwicklung des Landes strebt.

Leider bleiben Ausbildung und Arbeit für die Jugendlichen ein großes Problem. Deswegen gehen viele junge Leute ins Ausland. Immerhin ist der Jugend bewusst, dass sie für eine bessere Zukunft große Veränderungen in Gang setzen muss; sie sucht dafür Wege.

Interesse an Anthroposophie

Anthroposophie in Georgien ist nicht neu. Sie ist hier schon seit den 1910er-Jahren bekannt und hat sich seitdem stark entwickelt. Neben verschiedenen anthroposophischen Einrichtungen gibt es die aktive Anthroposophische Gesellschaft in Georgien. Ihre Arbeit ist in der Hauptstadt Tbilissi konzentriert; während des Jahres finden viele Veranstaltungen statt.

Auch hier engagiert sich eine Gruppe junger Menschen. Sie trifft sich seit sechs Jahren jeden Mittwoch und arbeitet unter Leitung der Vorstandsmitglieder an verschiedenen Texten von Rudolf Steiner: zuerst das Studium eines Textes mit Gespräch, dann der künstlerische Teil, wo die jungen Menschen abwechselnd goetheanistische Bildbetrachtung oder Eurythmie machen.

Im Sommer 2016 wurde die Gruppe zur ‹Faust›-Jugendtagung ans Goetheanum eingeladen. Dort haben die jungen Georgier viele Menschen kennengelernt und an verschiedenen Arbeitsgruppen und Aktivitäten teilgenommen. Im Sommer 2018 war die Gruppe zur Jugendtagung auf Einladung wieder am Goetheanum, diesmal brachte sie selbst ein Theaterstück (‹Faust›) mit und führte es unter Leitung von Valerian Gorgoshidze auf. Hier entstand die Idee, das nächste internationale Treffen der Jugendsektion in Georgien zu organisieren.

Bilden einer gemeinsamen Grundlage

Seit Herbst 2018 haben die jungen Menschen angefangen, Jugendliche zu suchen, die an einem Projekt interessiert sind, in dem es um soziale Fragestellungen geht. Und so entstand eine weitere Gruppe, die bereit ist, Verantwortung für eine inhaltsreiche Tagung zu übernehmen. Um eine starke Gruppe mit einer gemeinsamen Grundlage zu bilden, haben die jungen Leute beschlossen, regelmäßig – jedes oder jedes zweite Wochenende – an anthroposophischen Inhalten zu arbeiten und Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft in Georgien einzuladen, die sich schon lange mit der Anthroposophie beschäftigen und ihre Erfahrung mit ihnen teilen.

In Georgien sind also Jugendimpulse in verschiedenen Richtungen stark: Viele junge Leute sind gesellschaftlich aktiv und interessieren sich für soziale Prozesse.