Wichtige soziale Fragen

Wichtige soziale Fragen

01 Juli 2020 Henri Murto 13 mal gesehen

Als Mitte März die Coronabeschränkungen und der Lockdown in Finnland begannen, änderte sich das Leben für Landwirt (und Generalsekretär) Henri Murto nur wenig.


Dass sich wenig änderte, liegt daran, dass sich Bauern jeden Tag um die Äcker kümmern und draußen arbeiten müssen. Es war eine sehr interessante Erfahrung, die sich verändernde Gesellschaft zu beobachten und gleichzeitig auf all die neuen Möglichkeiten mit neuen Augen zu blicken.

Wenn ich auf die letzten Monate aus der Perspektive Finnlands schaue, sehe ich zwei mögliche Wege in die Zukunft und für die Zeit nach Corona: Der eine ruft kosmopolitischere michaelische Qualitäten in den Menschen überall auf der Erde hervor, und durch soziale Begegnungen beginnt sich eine neue Art von Solidarität und spirituellem Bewusstsein zu entwickeln; der andere führt in geschlossenere nationale Gesellschaften, und unser Alltag wird stärker von Kommunikations- und Überwachungstechnologien bestimmt werden.

Trotz der Covid-19-Pandemie konnten wir Haus und Büro der Anthroposophischen Gesellschaft in Finnland geöffnet lassen, und an der Eurythmieschule wurde weiterhin geprobt. Natürlich wurden dafür auch strenge Vorsorgemaßnahmen getroffen. Ich denke, dass viele unserer Mitglieder begonnen haben, individueller zu arbeiten, und dass die Pandemie wichtige soziale Fragen ans Tageslicht gebracht hat.

Da wir in Zeiten wie diesen Humor brauchen, haben wir in Finnland darüber gescherzt, dass die Finnen, als die Regierung die Zwei-Meter-Distanzregel einführte, gesagt haben: Wir können nicht warten, bis die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden, denn normalerweise halten wir in Finnland fünf Meter soziale Distanz.


Aus dem Englischen von Sebastian Jüngel.