Wilfried Hammacher

Wilfried Hammacher

24 Februar 2021 Friedwart Husemann 17 mal gesehen

Als Zwölftklässler der Waldorfschule Uhlandshöhe (DE) erlebte Wilfried Hammacher die Menschenkundenepoche bei Schularzt Gisbert Husemann als ein Erweckungserlebnis: Der Mensch stammt nicht von den Tieren, sondern diese vom Menschen ab.


Bühne und Dichtung

Nach der Schule studierte Wilfried Hammacher Eurythmie bei Else Klink (DE) und Sprachgestaltung in Dornach (CH). Im Goetheanum sah man ihn in den Mysteriendramen von Rudolf Steiner als Doktor Strader. Eine seiner ersten Regien war William Shakespeares ‹Der Sturm›. Dann gründete Wilfried Hammacher 1970 in Stuttgart (DE) die Novalisbühne und die Novalisschule für Sprachgestaltung und Dramatische Kunst. Die Theatergruppe reiste viel durch Deutschland und brachte unter anderem einen bewegten, jugendhaften Stil in die Mysteriendramen von Rudolf Steiner.

1973 gestalteten Gisbert Husemann und Wilfried Hammacher mit Maria Schüppel (Musik) und Else Klink (Eurythmie) den ersten plastisch-musikalisch- sprachlichen Kurs in Stuttgart: Eine Tatsache wurde zuerst anatomisch-goetheanistisch, dann plastisch zum Kennenlernen des Ätherleibes, musikalisch zum Kennenlernen des Astralleibes und sprachlich zum Studieren der Ich-Organisation geübt.

Später dichtete er Dramen zum Thema Wiederverkörperung. In ‹Wiedergeboren› dramatisierte er Rudolf Steiners Karmaforschung über Carl Ludwig Schleich und August Strindberg. In ‹Raphael und der Mensch› entfaltet sich, was Raphael im Sinne von Rudolf Steiners Osterimagination dem Menschen zu sagen hat. Musikalisch erhebend ist die ‹Uriel-Hymne› zum Johanni-Geschehen. Zuletzt dichtete er hauptsächlich Hymnen beispielsweise zu Novalis oder Leonardo da Vinci. Sein letztes Werk handelt von den sieben Schmerzensworten am Kreuz.

Mysteriendramen erschlossen

Zu den Mysteriendramen Rudolf Steiners schrieb er eine Wegleitung und das monumentale Werk ‹Die Uraufführung der Mysteriendramen von und durch Rudolf Steiner› mit Dokumenten zu Orten, Schauspielern, Proben und Aufführungen, Kostümen, Masken, Dekorationen, Requisiten und Beleuchtung. Die Liebe zum Theater kommt da bis ins kleinste Detail zum Ausdruck. Hinzu kommt noch die Biografie Marie Steiners.

Nicht weniger wichtig war ihm Johann Wolfgang Goethes ‹Faust 1 und 2›. 1979 zeigte er in München (DE) Szenen und von 2002 bis 2004 das Gesamtwerk am Goetheanum.

Das schöpferische Leben von Wilfried Hammacher begleitete seine Frau Silvia, die als Eurythmistin und Schauspielerin mitwirkte und seine Initiativen all die Jahrzehnte hindurch unterstützte.

Seine Werke liegen auf Rumänisch vor und werden regelmäßig in Bukarest aufgeführt. So strahlt sein Schaffen weiterhin in die Welt.