Festakt Uhlandshöhe
Am 7. September fand der Festakt zum 100-jährigen Bestehen der weltweit ältesten Waldorfschule in Stuttgart mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann statt.
Was für ein Fest! Liederhalle Stuttgart, politische und Waldorfprominenz, voller Saal, pralles Programm – 100 Jahre Freie Waldorfschule Uhlandshöhe. Es beginnt mit einem Orchesterstück von Sebastian Bartmann, dann folgt die Begrüßung durch Schüler in 24 Sprachen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wünscht, dass die Waldorfschule «ihren Eigensinn behält», würdigt ihre «hohe Schule der Empathie», Oberbürgermeister Fritz Kuhn hofft, dass sie »Hefe im Reformteig des staatlichen Schulsystems» bleibt. Es sprechen Vertreter der Waldorfschule Uhlandshöhe, der Freien Hochschule Stuttgart, der Pädagogischen Sektion am Goetheanum und des Bundes der Freien Waldorfschulen. Eine zentrale Aussage ist: Eine freie individuelle und gesellschaftliche Entwicklung bedarf eines freien Schulwesens, unbeeinflusst von staatlichen und wirtschaftlichen Interessen. Dazu ein Aperçu: Die beiden Politiker und Henning Kullak-Ublick, Vorstandsmitglied des Bundes der Freien Waldorfschulen (DE), gehörten zu den Gründern der Partei ‹Die Grünen› und beschäftigten sich mit Rudolf Steiners Gesellschaftsordnung der sozialen Dreigliederung.
Eine japanische Trommlergruppe und ein namibischer Schülerchor brachten internationalen Schwung in den Saal, gefolgt von einer Mammut-Monatsfeier mit künstlerischen Darbietungen von Schülern aller Stuttgarter Waldorfschulen sowie einer Podiumsdiskussion mit insbesondere einer Forderung: Die Schule solle für die Schüler noch radikaler in die Praxis gehen, denn die gegenwärtigen Probleme weltweit seien riesengroß, und es gebe unendlich viel zu tun.
Quelle: ‹Erziehungskunst› Nr. 11/2019 (Auszüge)