Folkestone Festival
Ende Juni fand in Folkestone (GB) die Wirtschaftskonferenz am Goetheanum als eine von mehreren Veranstaltungen zu den Folgen des Ersten Weltkriegs statt.
Folkestone hat eine lange Geschichte mit der unmittelbaren Folge des Ersten Weltkriegs und seinem ‹Zwilling›, dem Vertrag von Versailles, der die Welt in falsche Bahnen lenkte und die Voraussetzungen für das Chaos schuf, das seitdem herrscht. Folkstone ist tief damit verbunden, da es für Millionen Soldaten Ausgangspunkt für einen Krieg war, der auf der anderen Seite des Kanals ‹hörbar›, wenn auch nicht ganz sichtbar war, und es war der Ort für die Reparationsgespräche im nahegelegenen Port Lympne.
In der Aufführung von ‹An Improbable Conversation› inszenierte Maynard Keynes ein Treffen zwischen Woodrow Wilson und Rudolf Steiner. Woodrow Wilson trägt seine 14 Punkte vor, die Rudolf Steiner jeweils erwidert – mit Worten aus seinen 14 Wirtschaftsvorträgen, jeweils in derselben Länge wie Woodrow Wilsons Ausführungen.
Das Treffen der Wirtschaftskonferenz selbst fand im Grand Hotel statt, einst Residenz des Hofes von Edward VII. Unter den vielen Themen: die Entdeckung des Blutkreislaufs durch Folkestones berühmten Sohn William Harvey und ihre mögliche Anwendung, um den Kapitalkreislauf zu verstehen.
Hoffnung auf eine zweite Chance
Nach dem Treffen sprach Christopher Houghton Budd in einem öffentlichen Vortrag über Vergebung und die Versöhnung der englischen und deutschen Volksseele. In einem zweiten Vortrag ging es um die Idee eines Europäischen Staatenbundes als Gegenmittel zum ‹Brexitismus› und zur Fremdenfeindlichkeit von Folkestone.
Das letzte Ereignis war die Unterzeichnung eines Vertrages über die Installation von zwölf Lichtmasten (‹Ring des Lichts›) im Rahmen der Triennale 2020 in einem Gebiet, das mit der Zeit zu einem neuen Stadtplatz werden könnte.
All diese Ereignisse lassen es möglich erscheinen, dass es eine zweite Chance für die Welt geben könnte, ja gibt, wenn auch nur wenige Menschen den gegenwärtigen Moment nutzen würden, vielleicht zunächst nur, indem sie ein Zeichen setzen.
Aus dem Englischen von Sebastian Jüngel.
Web www.economics.goetheanum.org/dissemination/topic-reports