Menschenkunde

Menschenkunde

31 Oktober 2019 Marcel de Leuw 22 mal gesehen

Von 30. September bis 4. Oktober ging es in der Menschenkunde-Forschungswoche der Pädagogischen Sektion am Goetheanum um die Schöpfung aus dem Nichts.


Ausgangspunkt der Forschungswoche zur Menschenkunde war der Vortrag von Rudolf Steiner am 17. Juni 1909 (GA 107) in Zusammenhang mit der neunten Klassenstunde. Rudolf Steiner behandelt die Frage, wie die Welt- mit der Menschenentwicklung zusammenhängt. Anhand der Pflanzen zeigt er auf, dass sie sich physisch und ätherisch entwickeln, dann sich selbst ‹wiederholen› (‹Inklusion›). Der Mensch entwickelt seinen physischen und ätherischen Leib bis zur Geschlechts- beziehungsweise Erdenreife. Wie der Mensch entwickelt das Tier seinen Astralleib, bleibt dann aber stehen (‹Evolution›), während beim Menschen noch die Möglichkeiten seines Ichs wirken. Das heißt, dass er Neues schaffen kann, etwas, was noch nicht da war.

Schöpfen aus dem Nichts

Dieses Schöpfen aus dem Nichts ist konkret zu nehmen. Sehen wir zwei Menschen nebeneinander und freuen uns darüber, dann ist diese Freude etwas ganz Neues, was noch nicht da war. Dass die beiden zusammen sind, kann karmisch bedingt sein, nicht aber unsere Freude. Es ist der Christusimpuls, der uns ermöglicht, in unserer Seele fortwährend Neues zu schöpfen.

Dafür ist es notwendig, unsere Wesensglieder zu ändern. Rudolf Steiner gibt dazu folgendes Bild: Bei einem Auto erneuern wir nach einer Zeit einen Reifen, nach einer Weile einen anderen Reifen. Nachdem wir mehrmals etwas erneuert haben, ist eines Tages nichts mehr vom ursprünglichen Auto vor uns – es ist ein neues Fahrzeug geworden. So werden bis zur Vulkanzeit alle unsere Wesensglieder erneuert sein.

Die Forschungswoche startete Anfang der 1990er-Jahre und wurde von Heinz Zimmermann, dem damaligen Leiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum, unterstützt. Ihre Teilnehmenden arbeiteten so, wie es Rudolf Steiner im dritten Vortrag der ‹Meditativ erarbeiteten Menschenkunde› beschreibt (in GA 302a): studieren, meditieren und erinnern. Dann sprudle das praktische Handeln in der Pädagogik heraus … Christof Wiechert sowie Florian Osswald und Claus-Peter Röh führten diese Arbeit glücklicherweise weiter.


Web: www.goetheanum-paedagogik.ch