Umbrüche als Lernfelder

Umbrüche als Lernfelder

24 November 2020 Claus-Peter Röh & Florian Osswald & Philipp Reubke 18 mal gesehen

Die Corona-Pandemie stellt pädagogische Einrichtungen vor die Aufgabe, kurzfristige Änderungen und tragende Rhythmen in die Kultur des Lernens zu integrieren.


Der Umgang mit der Covid-19-Pandemie stellte und stellt die Schulen weltweit vor Herausforderungen und Umbrüche. Die Notwendigkeit, die mittragenden Rhythmen und Strukturen des Schulbetriebs wiederholt ‹umzubrechen›, führt bis heute zu starken Polarisierungen. Unterschiedliche Haltungen im Unterrichten und in der kollegialen Arbeit, die früher noch vom Mantel des Schulorganismus gehalten wurden, sind nun an die Oberfläche gekommen und fordern neue Schritte der Gesprächskultur und der Vertrauensbildung unter allen Beteiligten.

Das Ziel der Pädagogik, den jungen Menschen in geistig-individueller Würde zu erziehen, wird gewissermaßen ‹geprüft› von der Forderung nach andauernder Flexibilität gegenüber neuen Regelungen. In diesem Sinne zeigen sich dort, wo die pädagogische Initiative durch die äußeren Hindernisse hindurch aufrecht tätig bleibt, neue Erfahrungen und Möglichkeiten: Die Frage nach dem eigentlich Wesentlichen in der Erziehung und nach der Bedeutung einer vertrauenden Gemeinschaft mit den Eltern tritt bewusster hervor. In allen Altersstufen zeigt sich die Bedeutung der lernenden Begegnung von Mensch zu Mensch in neuem Licht. Präsenz-Unterricht ist ein Menschenrecht. Überall dort, wo die räumliche Möglichkeit dazu besteht, werden neue Wege des ‹Outdoor-Unterrichts› entwickelt: Physik und Chemie unter freiem Himmel. Im exponenziellen Anstieg des Online-Unterrichts beschreiben Schüler/innen wie Lehrer/innen die partielle Anwendbarkeit, aber auch deutliche menschliche Grenzen dieses Lernens.


Web: Pädagogische Sektion