Vermittlung von ‹I C )-(›
Rudolf Steiner gab für den ersten Schultag in der Waldorfschule die Gerade und Krumme I C an. Hannah Krämer-Steiner berichtete 1983 von der wenig bekannten Angabe für den zweiten Tag: «Am nächsten Tag wiederholen Sie die Gerade und Krumme I C, fügen aber hinzu: I C )-(. Und jetzt sagen Sie den Kindern: Ihr habt jetzt das erste Wort geschrieben, nämlich ICH.»
Diese Aussage hat Hannah Krämer-Steiner später genauer erläutert (‹Journal für Waldorfpädagogik› Nr. 1/2020, Seiten 56ff.):
• Gerade in Blau (Senkrechte und Waagerechte)
• Krumme in Rot.
Leitstern für das Menschen-Ich
Das ‹I› hat seine Heimat im Planetenbereich im Merkur, das ‹CH› wirkt aus dem Tierkreisbereich Waage. Das ‹I› in seiner Aufrechten wirkt von innen nach außen, das ‹CH› ist in seinem Durchwehen von außen nach innen zu erleben (Rudolf Steiner: «ein Hauch des Allerhöchsten durchweht mich»). Beide Laute künden uns von ihren Wesenheiten und Wirkungen auch durch ihre Farbkompositionen in Denken, Fühlen und Wollen in der Eurythmiefigur:
• ‹I›: gelborange – rot – blau
• ‹CH›: orange – grünblau – dunkelviolett
Deutschsprachige haben die Möglichkeit, dazu unmittelbar eine kleine Geschichte zu erfinden – das Erleben, dass es nur ein einziges Wort gibt, das sich nur auf mich selbst beziehen kann, ist doch ein gewaltiger Eindruck, der das Herz ergreift!
In der Statue des Menschheitsrepräsentanten sind auf der linken Seite Ahriman und Luzifer in ihrem Zusammenwirken in der ätherischen Welt dargestellt. Dies entspricht dem ersten Schultag. Die zentrale Darstellung: Das ‹ICH› – der Menschheitsrepräsentant überwindet Luzifer und Ahriman – entspricht dem zweiten Schultag. Dieser Zusammenhang ist ein Leitstern für das Menschen-Ich!
Umsetzung in Farbflächen
Waldorfschulen gibt es jetzt in allen Erdteilen. Es wird eine Zeit vergehen, bis wir eine geeignete Geschichte aus den entsprechenden Lauten, aus denen das Wort ‹ICH› in der jeweiligen Sprache ertönt, gefunden haben werden. Für diese Zwischenzeit ist für mich die Skizze ‹Licht – Finsternis› von Rudolf Steiner eine Hilfe. Im zarten Grün kann die Christuskraft erfahren werden; es ist offen nach beiden Seiten: Die Gelb-Anteile im Grün geben dem feurigen Rot oben ebenso Grenzen wie die Blauanteile dem Blau-Violett unten. Zunächst werden am zweiten Schultag die blaue Gerade und die rote Krumme an der Tafel wiederholt. Ein neues Bild entsteht: Der Lehrer malt oben rot und gelb, unten violett und blau, dazwischen ein großes Feld zartgrün. In dieses Feld setzt er in kräftigem Grün sorgsam und groß die spracheigenen Lautzeichen für das Wort ‹ICH›. Jedes Kind darf nun auch die Lautzeichen für sein ‹ICH› an die Tafel malen.
Durch ihrer aller Mithilfe bei der Verbreitung des Inhaltes des zweiten Schultages der ersten Klasse – auch in Eurythmiekursen für Erwachsene, im Lehrerkollegium oder im Elternabend – könnte den Kindern eine innere Sicherheit mitgegeben werden, die in unserer wirren Zeit dringend notwendig ist. Bitte lassen Sie uns von Ihren Erfahrungen wissen.
Kontakt Elke E. von Laue, Forststr. 19, 75223 Niefern, Deutschland, hbvlaue@t-online.de
Gekürzter Beitrag aus dem Rundbrief der Sektion für Redende und Musizierende Künste Ostern 2021.