Was fordert das neue Jahrzehnt von uns?

Was fordert das neue Jahrzehnt von uns?

27 Januar 2020 Justus Wittich 22 mal gesehen

Die vor uns liegenden 20er-Jahre dieses Jahrhunderts bedeuten für die Anthroposophie auf der einen Seite bis zum Jahr 2025 noch eine Reihe von bedeutenden Erinnerungsmomenten. Auf der anderen Seite fragt die Welt schon jetzt an vielen Stellen sehr konkret danach, was anthroposophisch inspirierte Menschen zu den offenen Fragen und Problemen der Gegenwart beitragen können.


Individuell und mutvoll

Solche Beiträge müssen sich dabei sowohl in der Praxis bewähren als auch exakt angeben können, aus welcher erweiterten Erkenntnishaltung oder Berücksichtigung seelisch-geistiger Tatbestände sie arbeiten. Das gilt für die Landwirtschaft in Zeiten des ‹Klimabruchs› genauso wie für Pädagogik, Medizin oder die Frage der Ethik in Zeiten des Transhumanismus. Praxis und nachvollziehbar begründete geisteswissenschaftliche Erkenntnis rücken näher zueinander und stellen auf allen Feldern große Herausforderungen. Nicht zu vergessen sind dabei die unverzichtbare künstlerische Kreativität und Transformationskraft sowie das soziale Handeln als Voraussetzung menschlicher Zukunft.

Die Anthroposophische Gesellschaft könnte dabei zu einer weltweiten Vereinigung solcher Menschen werden, die sich jeweils individuell und mutvoll für die Würde des Menschen und die Gestaltung der Weltverhältnisse aus geistigen Erkenntnissen einsetzen. In diesem Sinne ist auch das aus den Mitgliederbriefen Rudolf Steiners entnommene Motto der diesjährigen Jahreskonferenz gemeint: «In Liebe wollend sich der Welt verbinden!»

Insofern freut es uns als Vorstand sehr, dass sich Ueli Hurter entschlossen hat, der vielleicht ungewöhnlich erscheinenden Berufung in den Vorstand Folge zu leisten. Wo sonst wäre die Verbindung von Geist und Praxis so greifbar wie im biologisch-dynamischen Landbau? Diese Qualität benötigen wir in den nächsten Jahren, verbunden mit einer verstärkten Einbeziehung der Weltgesellschaft. Insbesondere für diese Aufgabe hat sich Joan Sleigh für eine weitere Amtsperiode bereiterklärt.

Für beide Berufungen bittet der Vorstand die Mitglieder auf der kommenden Generalversammlung um Zustimmung. | Justus Wittich für den Vorstand


Ahriman und Luzifer

Für Ahriman handelt es sich also darum, dass er nie sieht auf die Zusammenstimmung einer Vorstellung mit der Objektivität, sondern auf die Wirkung, auf das, was erreicht werden kann. […] bei Luzifer handelt es sich […] darum, dass diejenigen Vorstellungen entwickelt werden, die möglichst viel Bewusstsein im Menschen hervorbringen […] Dass so vieles gesagt wird, was direkt verlogen oder gelogen ist, […] weil es der Emotion […] entspricht, das ist darauf zurückzuführen, dass wirklich in chaotischer Weise ahrimanische und luziferische Strömungen gegenwärtig sehr stark die Welt ergriffen haben.

Quelle: Rudolf Steiner, GA 170, Vortrag vom 28. August 1916, 1992, Seite 232f. und Seite 235